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Männlichkeitskonstruktionen im Nationalsozialismus

Formen, Funktionen und Wirkungsmacht von Geschlechterkonstruktionen im Nationalsozialismus und ihre Reflexion in der pädagogischen Praxis

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Edited By Anette Dietrich and Ljiljana Heise

Männlichkeitskonstruktionen im Nationalsozialismus wurden von der Geschichtswissenschaft bisher kaum beachtet. Dieser Band zeigt das Erkenntnispotenzial der Analysekategorie Geschlecht auf, indem er die Wirkungen von Männlichkeitskonstruktionen auf politischer und struktureller Ebene sowie als Handlungs- und Deutungsmuster herausarbeitet. In den Beiträgen werden methodisch und theoretisch innovativ Männlichkeitskonstruktionen in verschiedenen NS-Täterorganisationen untersucht. Zudem fragen sie im Kontext der NS-Verfolgung danach, welche (rassifizierten) Fremdzuschreibungen, aber auch Selbstermächtigungsstrategien mit Männlichkeitskonstruktionen verbunden waren. Repräsentationen und Deutungen von Männlichkeiten und ihre Auswirkungen nach 1945 werden darüber hinaus ebenso in den Blick genommen wie Entwürfe einer geschlechterreflektierten und heteronormativitätskritischen pädagogischen Praxis.

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Teil I: Männlichkeitskonstruktionen in NS-Täter/innenorganisationen

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Teil I Männlichkeitskonstruktionen in NS-Täter/innenorganisationen „Noch härter, noch kälter, noch mitleidloser“. Soldatische Männlichkeit im deutschen Vernichtungskrieg 1941–1944 Frank Werner Abstract The National Socialist Volksgemeinschaft was composed as a community of war, in which only be- ing a soldier meant being a real man. Based on this hypothesis, the article focuses on the mascu- line dimension of mental dispositions towards violence in the war of annihilation against the So- viet Union 1941–1944. Gender is a central category of human identity and interpretation of the world, and the analysis of letters from the front shows how notions of masculinity structured and filtered the perceptions and interpretations with which German soldiers reflected their actions and made sense of their own behaviour. One basic argument is that obvious gender knowledge helped to transform inner conflicts about killing unarmed civilians into the notion of a natural order – a key to understand the participation of “ordinary men” not only in war, but also in gen- ocide. Im März 1942, als eine neue Rekrutierungswelle durch die Fabrikhallen brandet, um die Verluste des deutschen Ostheeres zu kompensieren, rüstet auch die Propa- ganda nach. Es gilt, die siegverwöhnte Bevölkerung auf einen längeren Abnut- zungskrieg einzuschwören – und Rüstungsarbeiter auf ihren Dienst in der Wehr- macht. Dabei vertraut die Propagandaabteilung im Oberkommando nicht allein dem rationalen, auf die schieren Erfordernisse des Krieges abstellenden Argument. Die Versuche, den Kasernenhofdrill schmackhaft zu machen, verdichten sich in einer eher gef...

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