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Männlichkeitskonstruktionen im Nationalsozialismus

Formen, Funktionen und Wirkungsmacht von Geschlechterkonstruktionen im Nationalsozialismus und ihre Reflexion in der pädagogischen Praxis

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Edited By Anette Dietrich and Ljiljana Heise

Männlichkeitskonstruktionen im Nationalsozialismus wurden von der Geschichtswissenschaft bisher kaum beachtet. Dieser Band zeigt das Erkenntnispotenzial der Analysekategorie Geschlecht auf, indem er die Wirkungen von Männlichkeitskonstruktionen auf politischer und struktureller Ebene sowie als Handlungs- und Deutungsmuster herausarbeitet. In den Beiträgen werden methodisch und theoretisch innovativ Männlichkeitskonstruktionen in verschiedenen NS-Täterorganisationen untersucht. Zudem fragen sie im Kontext der NS-Verfolgung danach, welche (rassifizierten) Fremdzuschreibungen, aber auch Selbstermächtigungsstrategien mit Männlichkeitskonstruktionen verbunden waren. Repräsentationen und Deutungen von Männlichkeiten und ihre Auswirkungen nach 1945 werden darüber hinaus ebenso in den Blick genommen wie Entwürfe einer geschlechterreflektierten und heteronormativitätskritischen pädagogischen Praxis.

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Teil IV: Die Reflexion von Männlichkeitskonstruktionen in der pädagogischen Praxis

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Teil IV Die Reflexion von Männlichkeitskonstruktionen in der pädagogischen Praxis Selbstbilder in den Beziehungen zum Nationalsozialismus. Perspektiven geschlechterreflektierender Erinnerungsbildung Astrid Messerschmidt Abstract The article discusses aspects of collective remembrance in the German society related to the Holocaust and describes concepts in educational work on the history and consequences of Na- tional Socialism. Self-concepts in relation to victims and perpetrators are analyzed by referring to gender theories. Gender is introduced as a category in order to criticise racial policies. How can education at memorial sites make aware of differences without codifying male or female types of historical remembrance? Der vorliegende Beitrag diskutiert den gesellschaftlichen Umgang mit der Erinne- rung an die NS-Verbrechen im Hinblick auf die Gedenkstättenpädagogik und ver- deutlicht, welche Funktion die Bezugnahme auf den NS für das Selbstbild derjeni- gen hat, die sich heute erinnern. Vor dem Hintergrund geschlechterbezogener historischer Analysen wird gefragt, auf welche Weise geschlechterreflektierende Ansätze in der Bildungsarbeit zu einem selbstkritischen Geschichtsverhältnis bei- tragen können. Insofern die Erinnerung an den NS in hohem Maße vom gesell- schaftlichen Ort der Erinnernden abhängig ist, soll hier explizit gesagt werden, dass sich die folgenden Ausführungen auf Erfahrungen und Einschätzungen im bun- desdeutschen und im österreichischen Kontext beziehen. Distanzierung und Empathie – zwei Muster im Umgang mit dem Nationalsozialismus War der pädagogische Umgang mit dem NS seit Ende der 1960er Jahre darauf aus- gerichtet, das ‚Lernen aus der Geschichte‘ zu befördern, so hat sich in jüngerer...

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