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Jüdische Erinnerungsdiskurse in der frankophonen Migrationsliteratur Quebecs

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Yvonne Völkl

Die Studie erforscht die narrativen Verfahren zur Darstellung der Inhalte und Funktionsweisen von Erinnerung und Gedächtnis in den Werken jüdischer
Migrationsautoren innerhalb der Quebecer écritures migrantes. Das Textkorpus umfasst Romane von bereits kanonisierten Schriftstellern – Monique Bosco, Naïm Kattan, Régine Robin – sowie von weniger bekannten Autoren – Pierre Lasry, Victor Teboul, Marc-Alain Wolf. Auf der Grundlage von kultur- und
literaturwissenschaftlichen Gedächtniskonzepten wird dargelegt, welche Gedächtnisinhalte wiederholt zur Sprache kommen, wann Erinnerungsprozesse zum Vorschein treten und wie diese mit rezeptionsästhetischen Mitteln umgesetzt werden. Überdies wird auf die Rolle der franko-jüdischen Migrationsliteratur innerhalb der Quebecer Erinnerungskulturen eingegangen.

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Einführung

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Kommt in der Provinz Quebec die Frage nach jüdischer Literatur auf, so fallen im Allgemeinen Autorennamen1 wie Mordecai Richler, Abraham Moses Klein, Leonard Cohen oder Chava Rosenfarb. Für ihr literarisches Schaffen griffen die- se und andere Autoren jüdischer Herkunft zur jiddischen oder zur englischen Sprache. Die Präferenz für den englischen Sprachgebrauch in der frankophonen Provinz lässt sich auf die institutionelle Annäherung der jüdischen an die anglo- phone Bevölkerung Quebecs zurückführen und wurde erst mit der Zuwanderung frankophoner Juden in der zweiten Hälfte des 20. Jhs. um französischsprachige Titel erweitert. In den drei Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg ließen sich in etwa 7.000 französischsprachige Juden aus Europa, Nordafrika und dem Na- hen Osten in Montreal nieder (cf. Shahar & Perez 2005), wovon einige wenige begannen, schriftstellerisch tätig zu werden. Diese franko-jüdischen Autoren bereichern seither mit ihren französischsprachigen Werken die Kulturlandschaft der Quebecer Migrationsliteratur. Die vorliegende Arbeit versammelt erstmals diejenigen jüdischen Migra- tionsautoren, die das Französische als Publikationssprache ihrer Werke wählten. Nachdem Quebecs Immigranten für ihren Eintritt in das Quebecer Literaturge- schehen allgemein gerne auf die Gattung des Romans zurückgriffen und -greifen (cf. Moisan & Hildebrand 2001: 97), umfasst das untersuchte Textkorpus zwölf Romane von bereits kanonisierten sowie von (noch) weniger bekannten Schrift- stellern jüdischer Provenienz, wobei sich die Zeitspanne der gewählten Publika- tionen von 1970 bis 2009 erstreckt. Zu ersteren zählen Monique Bosco, Naïm Kattan...

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