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Translation im Spannungsfeld der «cultural turns»

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Edited By Katarzyna Lukas, Izabela Olszewska and Marta Turska

Dieser Band nimmt den auf Doris Bachmann-Medick zurückgehenden Gedanken der cultural turns in den Kulturwissenschaften auf. Die Veränderungen der Forschungsmethoden und -schwerpunkte, die den turns entspringen, erweisen sich für die Translationswissenschaft als besonders produktiv. Forscherinnen und Forscher aus Polen, Deutschland und Österreich untersuchen das Phänomen der Translation als kulturelles Faktum: Übersetzungen von literarischen, pragmatischen und wissenschaftlichen Texten in diversen Sprachenkombinationen. Die Beiträge verknüpfen die linguistisch-literaturwissenschaftlichen Aspekte der Übersetzung mit politisch-ideologischen, sozialen und ethischen Determinanten des translatorischen Handelns, die im Zuge des postcolonial turn und des social turn verstärkt in den Blickwinkel rücken.

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Einleitung. Translation als kulturelles Faktum,oder: Nicht nur cultural turns. Katarzyna Lukas (Gdańsk)

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Einleitung. Translation als kulturelles Faktum, oder: Nicht nur cultural turns Katarzyna Lukas (Gdańsk) Der Titel des vorliegenden Sammelbandes knüpft bewusst an das seit 2006 mehr- mals aufgelegte Werk Cultural turns. Neuorientierungen in den Kulturwissenschaf- ten von Doris BACHMANN-MEDICK an. Für die Translationswissenschaft hat sich dieses Buch aus mehreren Gründen als relevant und produktiv erwiesen. Bachmann-Medick bespricht die einzelnen, durch den linguistic turn der 1960er Jahre ausgelösten und seit den 1980er Jahren immer schneller aufeinander folgenden turns in den Kulturwissenschaften (die weitgehend als Synonym zu Geisteswissenschaften verstanden werden, vgl. BACHMANN-MEDICK 2009: 8 f.). Die Verschiebungen der Forschungsschwerpunkte, die unter den Begriffen perfor- mative turn, reflexive (literary) turn, postcolonial und translational turn, spatial turn bis hin zum iconic turn subsumiert werden,1 bewirken, dass sich das Augen- merk der Forscher – darunter auch der Übersetzungswissenschaftler – auf jeweils andere Aspekte der kulturellen Einbettung, medialen Kodierung und Vermittlung von Texten und anderen Kulturartefakten richtet. Den einzelnen Wenden ist ge- meinsam, dass bisherige Phänomene wie etwa „Text“, „Translation“, „Bild“, „Raum“ etc., die bislang Objekte der Beobachtung waren, selbst zu Analyse- kategorien aufsteigen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass solche Kategorien wie „Raum”, „Ort” oder „Zeit” für die Literaturwissenschaft schon viel früher von Bedeutung waren; sie wurden u. a. von Wolfgang KAYSER (1948) definiert und nachher in verschiedenen literaturwissenschaftlich-philosophischen, soziologi- schen, psychologischen und kulturwissenschaftlichen Diskursen weiterentwickelt. Mit Recht wird betont, dass die turns keine revolutionären Paradigmenwechsel bedeuten, da sie einander nicht verdrängen oder ablösen, sondern sich...

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