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Ze lere den tumben

Hartmanns ‘Rede vom heiligen Glauben’

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Christine Kühn

Die Arbeit wurde mit dem Promotionspreis der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Duisburg-Essen ausgezeichnet.

Diese Studie liefert erstmalig eine umfassende systematische Untersuchung und Bewertung der ‘Rede vom heiligen Glauben’ des Armen Hartmann. Eine zeit- und theologiegeschichtliche Einbettung verdeutlicht die Eigenständigkeit seiner volkssprachigen Erläuterung und Kommentierung des Credo sowie seine Konzessionen an den Zeitgeist. Die detaillierte Analyse entwirft das Bild eines theologisch versierten Autors, der in seinem vielfach unterschätzten Werk theologisch-ethische Sachkunde mit der Kenntnis aktueller Streitfragen verbindet und sie für ein Laienpublikum didaktisch aufbereitet. Hartmanns Werk erlaubt einen tiefen Einblick in den Gegenstandsbereich der mittelalterlichen theologischen Breitenbildung und eröffnet eine neue Sichtweise der frühmittelhochdeutschen ‘geistlichen Literatur’ des 11. und 12. Jahrhunderts.

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11 Hartmanns 'Rede vom heiligen Glauben' – eine Annäherung

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F 11 Hartmanns 'Rede vom heiligen Glauben' – eine Annä­ herung Wie schon zu Beginn bemerkt, wirken die beiden Teile von Hartmanns Rede, die lateinische Vorlage und sein deutscher Kommentar, zusammen. Um die Eigenar­ ten, Gemeinsamkeiten und inhaltlichen Schwerpunktsetzungen besser verstehen zu können, muss das von Hartmann erklärte Credo von seinem Kommentar ge­ trennt betrachtet werden. Nach der bisher erfolgten inhaltlichen Analyse von Hartmanns 'Rede vom heiligen Glauben' sollen daher nun die Ergebnisse bezüg­ lich des zugrunde gelegten Credotextes nicaeno-konstantinopolitanischer Prä­ gung913 wie auch seines eigenen deutschsprachigen Kommentars zusammenfas­ send bewertet werden. Da das Credo nicht mit den überlieferten, bisher bekann­ ten Versionen übereinstimmt, lassen sich so vielleicht Rückschlüsse auf den all­ gemeinen Umgang mit dogmatischen Texten zur Zeit Hartmanns ziehen. 11.1 Zur Eigenart der lateinischen Textbasis Bisher wurde in der Forschung im Grunde genommen davon ausgegangen, dass Hartmanns Credotext im Wesentlichen dem traditionell überlieferten Text folge, wenn er auch an vielen Stellen fehlerhaft sei. Abweichungen wurden der Naivi­ tät oder den mangelnden Kenntnissen des Autors oder Fehlern bei der Edition angelastet. Die Divergenzen zwischen Credo und Kommentar dienten dazu, die Aussagelinie des jeweiligen Betrachters zu stützen, beides wurde ungefragt als eine Einheit betrachtet. Umgekehrt hat man sich nicht einmal der Mühe unterzo­ gen, die im Text verstreuten Segmente zu sammeln und zu einer eigenständigen Bekenntnisfassung zusammenzufassen. Um die ursprüngliche Fassung des Cre­ dos, das Hartmann zugrunde legt und kommentiert, zu rekonstruieren, wurden die einzelnen Verse wieder zusammengeführt und der...

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