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Das Bundesnaturschutzgesetz vom 20. Dezember 1976

Die Entwicklung des Naturschutzrechtes in Deutschland von den Anfängen bis zur Neukodifikation des Bundesnaturschutzgesetzes von 1976

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Jan Christian Lorenzen

Der Naturschutz gehört heute zu den unverzichtbaren Aufgaben der modernen Industriegesellschaft und ist seit dem Europäischen Naturschutzjahr 1970 ein wichtiges Politikfeld geworden. Die Arbeit befasst sich schwerpunktmäßig mit der Entstehung des Bundesnaturschutzgesetzes vom 20. Dezember 1976, welches das Reichsnaturschutzgesetz von 1935 ablöste. Im ersten Teil geht die Arbeit auf die Entwicklung des Naturschutzgedankens und des Landschafts- und Naturschutzrechts bis 1935 ein. Für die Entstehungsgeschichte des Bundesnaturschutzgesetzes von 1976 wurde der umfangreiche, weitgehend unveröffentlicht gebliebene Quellenbestand seit der Frühzeit der Bundesrepublik ausgewertet. Der Wunsch der Bundesregierung, ein umfassendes Gesetz für Naturschutz und Landschaftspflege zu erlassen, scheiterte am Widerstand des Bundesrates, der dem Bund nur die Rahmengesetzgebungskompetenz zugestand.

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4. Teil: Zusammenfassung

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Die Verabschiedung des Bundesnaturschutzgesetzes im Jahre 1976 stellte für den Naturschutz und die Landschaftspflege einen großen Schritt nach vorne dar. Deutschland hatte sich im Laufe der Jahre zu einer Industriegesellschaft entwi- ckelt und das über viele Jahrzehnte gültige Reichsnaturschutzgesetz von 1935 konnte den Anforderungen, die zum Schutz von Natur und Landschaft in einer modernen Industriegesellschaft notwendig waren, nicht mehr gerecht werden. Der Schwerpunkt eines Naturschutzgesetzes musste sich daher von der Erhal- tung des Vorhandenen vor allem auf die Bereiche Wiederherstellung und Ent- wicklung der Landschaft verlagern. Ferner kam zu Beginn der 70er Jahre ein Be- wusstsein für den Schutz und die Pflege der Natur und Landschaft auf. Natur und Landschaft wurden zunehmend als Lebensgrundlage des Menschen angesehen, so dass ein ressourcenschonender Umgang aufgrund des wachsenden Umwelt- bewusstseins der Bevölkerung gefordert wurde. Das Bundesnaturschutzgesetz verankerte erstmals das Bestreben nach einem ganzheitlichen Schutz des Na- turhaushaltes. Natur und Landschaft gewannen als natürliche Lebensgrundlagen des Menschen entsprechend an Bedeutung. Der Weg bis zum Bundesnaturschutzgesetz von 1976 war jedoch zum Teil mühsam und nicht frei von Rückschlägen. Als einen frühen Meilenstein auf dem Weg der Naturschutzgesetzgebung in Deutschland kann zunächst die Aufnahme des Natur- und Landschaftsschutzes in Art. 150 Abs. 1 der Weimarer Reichsver- fassung gesehen werden. Die Bemühungen der Heimatschutz- und Naturschutz- bewegungen hatten zur verfassungsrechtlichen Verankerung von Naturschutz und Landschaftspflege geführt. Neben die Pflicht zum Schutz und zur Pflege der Naturdenkmäler waren nun auch die Bereiche Landschaftsschutz und...

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