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Blickpunkt Gender

Anstöß(ig)e(s) aus Theologie und Religionspädagogik

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Edited By Sabine Pemsel-Maier

Der Sammelband bietet neue Beiträge zur theologischen und religionspädagogischen Genderforschung. Themen wie Körpertheologie in biblischen Texten, die Auseinandersetzung um die Rolle von Frauen in den Apokryphen und weibliche Verfasserinnen von Flugschriften in der Reformationszeit kommen dabei ebenso zur Sprache wie stärker praxis- bzw. schulbezogene Fragen, wie die nach einer genderspezifischen Lektüre des Buches Judith, dem Zusammenhang von Gender und sozialem Engagement bei Jungen und Mädchen sowie dem Mehrwert von Gender für die Praktische Theologie. Ziel ist es, Genderfragen in Theologie und Religionspädagogik nach einer intensiven Phase der Etablierung weiterhin wach zu halten und neuere Forschungsergebnisse aufzubereiten.

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Bibellesen hat ein Geschlecht: Eine genderspezifische Lektüre des Juditbuches

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Alexandra Renner Eine genderspezifische Lektüre des Juditbuches Der folgende Artikel befasst sich mit der Frage, ob es eine geschlechtsspezifische Rezeption biblischer Texte gibt. Nach einem kurzen Überblick über den derzeitigen Stand der Forschung werden verschiedene empirische Studien vorgestellt, die der Frage nach einer geschlechtsspe- zifischen Rezeption biblischer Texte nachgehen. Darunter befindet sich auch eine eigene Stu- die zur Rezeption des alttestamentlichen Juditbuches. Es wird sich zeigen, dass das Ge- schlecht ein wichtiger Faktor bei der Lektüre biblischer Texte ist. Deshalb werden am Ende Konsequenzen für eine Bibeldidaktik aufgezeigt, die auch gendersensibel ist. Außerdem wird deutlich werden, dass weitere Forschungen zur Frage nach einer geschlechtsspezifischen Re- zeption biblischer Texte notwendig sind. I Bibellesen und Geschlecht – Zum Stand der Forschung Lesen Mädchen und Jungen biblische Texte anders? Diese Frage wird in der Re- ligionspädagogik bisher kaum berücksichtigt. Wenn es um das Verstehen bibli- scher Texte durch Kinder und Jugendliche geht, finden sich vor allem entwick- lungspsychologische Forschungen. Hierzu zählen beispielsweise die Studien von Anton Bucher1, Hans-Joachim Blum2 und Heike Bee-Schroedter3. Diese Studien haben gezeigt, dass das Verstehen biblischer Texte an die kognitive Entwick- lung des Kindes gebunden ist. In seiner Arbeit zu schwierigen Bibeltexten in der Primarstufe weist Michael Fricke4 jedoch auf die eingeschränkte Bedeutung von entwicklungspsychologisch-strukturgenetischen Theorien hin. So sind diese nicht in der Lage, alle Schüleräußerungen erklären zu können.5 Neben entwick- lungsbedingten Fähigkeiten gilt es daher, auch andere Parameter zu berücksich- tigen. Dass ein...

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