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Zurück zum Mittelalter

Neue Perspektiven für den Deutschunterricht

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Edited By Nine Miedema and Andrea Sieber

Mittelalter ist bei Jugendlichen populär. Da aber mittelalterliche Texte kaum noch als obligatorisch in den curricularen Vorgaben der Schulen verankert sind, verzichten viele Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer darauf, das Nibelungenlied, den Parzival, Minnelieder oder auch Sachtexte des Mittelalters im Unterricht zu behandeln. Gerade der aktuelle kompetenzorientierte Unterricht bietet aber viele neue Anwendungsmöglichkeiten für Texte des Mittelalters. Die Kompetenzorientierung erlaubt einen integrativen Unterricht, der die sprachliche Fremdheit der mittelalterlichen Werke für eine Reflexion über deren Inhalte und Traditionen nutzt. Der Band bietet theoretische Grundlagen und vielseitige praktische Anwendungsbeispiele für den Deutschunterricht mit mittelalterlichen Texten.

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Das Mittelalter als Faszinosum oder Marginalie? –Auszüge aus der länderübergreifenden Befragungvon zukünftigen Lehrerinnen und Lehrernzum Thema ‚Mittelalter im Deutschunterricht‘Ylva Schwinghammer

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Das Mittelalter als Faszinosum oder Marginalie? – Auszüge aus der länderübergreifenden Befragung von zukünftigen Lehrerinnen und Lehrern zum Thema ‚Mittelalter im Deutschunterricht‘ Ylva Schwinghammer Der Paradigmenwechsel, der sich unter den Vorzeichen ‚Kompetenzorientierung‘ und ‚Standardisierung‘ derzeit in den europäischen Bildungssystemen vollzieht, bringt für den muttersprachlichen Deutschunterricht mit seinem Doppelcharak- ter als sprachlich-technisches auf der einen und sprachlich-ästhetisches Fach auf der anderen Seite tiefgreifende Veränderungen der Unterrichtskultur mit sich:1 Neben einer Tendenz zur generellen Abwertung des Literaturunterrichts, der seine ökonomische Relevanz kaum nachzuweisen vermag und dessen Bildungs- ziele sich in vielen Bereichen der obligatorischen Überprüfbarkeit, Messbarkeit und internationalen Vergleichbarkeit entziehen, kommt es zu einer umfassenden Neuorientierung und -strukturierung im schulischen Umgang mit literarischen Texten, die sich in verstärktem Maße auch auf die Behandlung historischer Sprachstufen und ihrer Literatur auswirken. [Es] werden weder bestimmte Zeiten der Literaturgeschichte hervorgehoben noch ein Überblickswissen gefordert, der Begriff ‚Literaturgeschichte‘ oder einzelne Epochenbezeichnungen fallen genauso wenig wie einzelne Autoren oder Werke genannt werden. Für mittelalterliche Literatur bedeutet das deshalb ebenso wie für alle andere ältere Literatur (im Sinne von: Literatur, die nicht im weitesten Sinne unserer Gegenwart zugerechnet werden kann): Vieles erscheint möglich, verbindlich ist nichts.2 Gerade diese Unverbindlichkeit war Ausgangspunkt und Anlass zu einer nähe- ren Betrachtung der schulischen Behandlung von mittelalterlicher Literatur und Sprache im Kontext der Dissertation der Verfasserin, „Das Mittelalter als Faszi- 1 Vgl. hierzu auch Clemens Kammler: Literarische Kompetenzen – Standards im Literatur- unterricht. Anmerkungen zum Diskussionsstand. In: ders....

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