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Kinder von 1 bis 6

Bilderbuchrezeption und kognitive Entwicklung

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Marie-Luise Rau

Die Rezeption von Bilderbüchern im Vorschulalter ist Bestandteil eines intensiven Entwicklungs- und Lernprozesses. Die Einteilung von Bilderbüchern in verschiedene Unterarten ermöglicht es, die jeweilige Wirkung auf die kindlichen Rezipienten, deren sprachliche und kognitive Fähigkeiten wie auch deren Interessen präzise zu bestimmen. Die Studie will zeigen, wie Bilderbücher der unterschiedlichsten Art die Herausbildung von Raum- und Zeitkonzepten stimulieren und die Bildung eines Ich-Konzepts anstoßen können. Darüber hinaus werden Bilderbücher hinsichtlich ihrer narrativen Strukturen wie ihrer Themen zur Erwachsenenliteratur in Beziehung gesetzt. Es wird die besondere Fähigkeit von Bildern herausgestellt, komplexe Botschaften verständlich und differenziert zu übermitteln. Weitere Gegenstände dieser Studie sind das dialogische Vorlesen, die Bezüge zu Spiel und zum Erzählen, die Bedeutung von Tiercharakteren wie ein Vergleich von Bilderbuchgeschichten und Märchen.

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3. Bilderbücher für das Alter von 1 bis ca. 3 1/2 Jahre

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Mit Frühe-Konzepte-Büchern, meist Pappbändchen im Kleinformat und mit wenigen Seiten, beginnt die Erfahrung mit Bilderbüchern im ersten Lebensjahr. Objekte aus der unmittelbaren kindlichen Erlebniswelt werden auf einer Seite abgebildet, meist einzeln oder mit wenig anderen Objekten. Kinder erwerben die Fähigkeit, Bild und Wort zu verknüpfen. Es kommen Bilder hinzu, die Hand- lungen wie Essen und Spielen benennen und Zusammenhänge herstellen, indem sie Handlungsabläufe vom Waschen bis Schlafen beschreiben. Sie stellen Bezie- hungen zwischen Konzepten her und bereiten den Erwerb eines Geschichtenkon- zepts vor (Kümmerling-Meibauer & Meibauer 2005; 2011; vgl. Rau 2009: 20ff.). Um den ersten Geburtstag herum beginnen kognitive Entwicklungen, die da- mit zu tun haben, dass Kinder Symbolsysteme lernen, zu denen Wörter und Bil- der gehören. In der frühen Phase haben Wörter wie Wauwau und Kritzikratzi (= Buch) noch einen konkreten Bezug zu dem, was sie benennen. Hund und Buch, ohne diesen Bezug, sind Symbole für das Benannte. Ab dem ersten Geburts- tag erwerben Kinder ihre ersten Wörter, mit 1;6 umfasst bei normaler Sprach- entwicklung ihr Wortschatz ungefähr 50 Wörter. Das folgende Anwachsen des Wortschatzes zeigt, dass sie nun die symbolische Funktion von Wörtern verste- hen. Parallel dazu läuft der kognitive Lernprozess beim Lesen von Bildern ab. Kinder lernen, dass die zweidimensionalen Bilder bzw. Repräsentationen von Objekten symbolische Repräsentationen von realen dreidimensionalen Objekten sind. Ein Einjähriges lässt vielleicht noch den Bleistift wie ein Kaninchen über das Blatt...

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