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Rationalität und Demokratie

Herausgegeben vom Centro de Estudios Filosóficos José Porfirio Miranda

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Centro de Estudios Filosóficos

Rationalität und Demokratie gehört mit den bereits ins Deutsche übersetzten Werken Appell an die Vernunft und Hegel hatte recht zu den drei meistgeschätzten Philosophiebüchern des Autors . In diesem Buch versammelt Miranda die bedeutendsten Thesen seiner früheren Bücher und entwickelt darüber hinausgehend Themen wie Rationalität und Geschichte, Gesellschaft und Demokratie und, vor allem, Gerechtigkeit. Der Autor streitet in lebhafter Weise mit Philosophen wie Adorno, Hegel und Rousseau und Soziologen wie Habermas, Luhmann und Rawls über die von ihm abgehandelten Punkte. Er verwendet eine wissenschaftliche Methodik. Er verlangt Definitionen und Beweise. Dies erläutert er im letzten Kapitel mit dem Titel Wissenschaft und Gesellschaft.

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5 Gesellschaft und Demokratie

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Sowohl die These, dass das Recht durch Volkssouveränität und Mehrheitsbe- schluss, als auch die, dass es durch das Gesetzgebungsverfahren gerechtfertigt sei, wurden erfunden, um zu verhindern, dass wir die These vertreten, das Recht werde einzig und allein durch die Gerechtigkeit und Moral seines Inhalts legiti- miert. Die Gräuel aber, die es im 20. Jahrhundert gegeben hat (Nazismus, Apart- heid, Stalinismus, Rote Khmer, schmutziger Krieg usw.) und die, die uns heut- zutage bedrohen und vielleicht noch schlimmer sein werden, führen dazu, dass die Menschheit es sich nicht mehr leisten kann, von den Inhalten abzusehen. Rechtspositivismus und Prozeduralismus können niemanden mehr täuschen. Das menschliche Gewissen kann es nicht mehr dulden, dass ein Machthaber legitim genannt wird, der Unrecht begeht, oder ein Gesetz, das dies zulässt oder sogar setzt. Die Fälle Nixon und Color di Melo zeigen, dass für die Völker die selbst aus einem demokratischen Verfahren stammende Legitimität keineswegs ein ausreichendes Argument darstellt. Weiterhin zu glauben, dass die Einhaltung bestimmter Formalitäten Gerechtigkeit ersetzt, ist Sache von Abergläubischen. An Formalitäten und Verfahrensweisen zu glauben, bedeutet an magische Riten zu glauben. Inhalte durch Verfahrensweisen zu ersetzen, ist eine unvermeidliche Konse- quenz von Skeptizismus und Relativismus; in strenger Logik bedeutet Relati- vismus jedoch, dass es in einem Land nicht mehr Gerechtigkeit geben kann als die, die es bereits gibt. Nun akzeptiert heutzutage aber kein Volk, dass es in sei- nem Land nicht mehr Gerechtigkeit geben könne als es tatsächlich...

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