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Das urheberrechtliche Entstellungsverbot im Umgang mit Originalwerken der bildenden Kunst

Unter besonderer Berücksichtigung der Eigenarten zeitgenössischer Kunst

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Donata von Gruben

Diese Arbeit befasst sich mit dem Recht des Künstlers, Entstellungen und andere Beeinträchtigungen seines Werkes zu verbieten (§ 14 UrhG). Zwar steht dem Eigentümer eines erworbenen Kunstwerkes einerseits grundsätzlich das Recht zu, nach Belieben mit seinem Werkstück verfahren zu dürfen. Andererseits stellt das Kunstwerk gleichzeitig ein geistiges Werk dar, welches als Immaterialgut bis siebzig Jahre nach dem Tod des Künstlers urheberrechtlich geschützt ist. Diese Spannungslage zwischen dem Künstler und denjenigen, die mit seinen Werken umgehen, führt häufig zu Konflikten, insbesondere im Hinblick auf die Vernichtung, die Restaurierung und die Ausstellung vor allem zeitgenössischer Kunstwerke. Im Rahmen dieser Arbeit sollen Lösungen für derartige Konflikte aufgezeigt werden.

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Viertes Kapitel: Der Schutzumfang des § 14 UrhG im Umgang mit Originalwerken der reinen bildenden Kunst

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Entstellende Eingriffe sind im Bereich der reinen bildenden Kunst auf verschie- denste Weise denkbar. Bei den Gesetzgebungsarbeiten zu § 14 UrhG wurde im Vergleich zu § 39 UrhG bewusst auf das Merkmal der Werkänderung als Tatbe- standsvoraussetzung verzichtet, um auch negative Umwelteinflüsse auf das Werk erfassen zu können. Insofern sind – wie bereits erläutert – nicht nur Eingriffe in die Substanz des Originalwerkes oder eines Vervielfältigungsstückes vom Schutz- bereich des § 14 UrhG erfasst, sondern auch solche, bei denen das Werk selbst nicht berührt wird. Entstellungen und andere Beeinträchtigungen i. S. d. § 14 UrhG sind insbesondere bei Werken der zeitgenössischen Kunst von besonderer praktischer Relevanz. Dies liegt logischerweise zum einen daran, dass bei Kunst von Zeitgenos- sen die Schutzfrist von 70 Jahren p.m.a gem. § 64 UrhG noch nicht abgelaufen ist, es also hier noch zu rechtlichen Auseinandersetzungen entweder mit dem Urheber selbst oder seinen Erben kommen kann. Zum anderen ist eine besondere Entstel- lungsanfälligkeit aber auch dem Umstand geschuldet, dass zeitgenössische Kunst häufig aus „kunstfremden“ Materialien besteht, Werke zum Teil aus komplizierten Konstruktionen bestehen oder ihnen neuartige Techniken zugrunde liegen, welche die geistige Aussage des jeweiligen Werkes für einen Kunstlaien nur schwer erken- nen lassen. Dies führt dazu, dass es hier häufig zu Eingriffen im Umgang mit den Werken kommt, die den tatsächlichen oder gegebenenfalls von den Erben angenom- menen Intentionen des Urhebers widersprechen. Im Folgenden sollen daher verschiedene bedeutsame Fallgruppen von Eingriffen in Werke der bildenden Kunst betrachtet...

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