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Die Stellung des Kindes in auf Einvernehmen zielenden gerichtlichen und außergerichtlichen Verfahren in Kindschaftssachen

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Natalie Ivanits

Kindschaftsverfahren, Einvernehmen, Mediation. Aber wo bleibt das Kind? Rechtfertigt eine Einigung der Eltern das Absehen von der Kindesanhörung? Kann ohne die persönliche Beteiligung des Kindes die Wahrung seiner Interessen sichergestellt werden? In dieser Arbeit werden zum einen die rechtlichen Anforderungen an die Kindesanhörung untersucht, zum anderen humanwissenschaftliche Erkenntnisse aus der Scheidungsforschung und der Entwicklungspsychologie ausgewertet. Sinn und Zweck der Kindesbeteiligung sowie die Möglichkeiten und Grenzen von Einvernehmen werden herausgearbeitet und schließlich Anforderungen an das Verfahren aufgestellt.

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Teil 3: Humanwissenschaftliche Erkenntnisse zur Kindesbeteiligung

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A. Allgemeines Rechtliche Regelungen verlangen sowohl auf völkerrechtlicher als auch auf bundesrechtlicher Ebene, dass dem Kind in einem Verfahren, das seine Person betrifft, die Gelegenheit gegeben wird, seine Meinung zu äußern, und dass diese Meinung bei der Entscheidungsfindung angemessen berücksichtigt wird. Dies gilt nicht nur für gerichtliche, sondern auch für außergerichtliche Verfahren und nicht nur bei einer streitigen richterlichen Entscheidung, sondern auch in einem auf ein elterliches Einvernehmen hinwirkenden Verfahren. Aber nicht nur das Recht fordert die persönliche Einbeziehung des Kindes, sondern auch außerrechtliche, humanwissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass die Berücksichtigung der Perspektive des Kindes durchaus sinnvoll und hilfreich sein kann, um eine für alle Beteiligten befriedigende und nachhaltige Regelung zu erarbeiten. Eine Auseinandersetzung mit humanwissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Scheidungs- und Scheidungsfolgenforschung sowie der Entwicklungspsychologie drängt sich auch deswegen auf, weil das Absehen von der Anhörung und Beteiligung des Kindes oft auf in der Person des Kindes be- gründete Aspekte gestützt wird, wie z.B. dem Kind sei die Anhörung nicht zu- zumuten, es sei zu jung, zu unreif, zu manipulierbar und könne sich keine eigene Meinung bilden. Im Folgenden werden daher die Bedeutung der Elterntrennung für das Kind und die Möglichkeiten zur Partizipation des betroffenen Kindes untersucht. Mangels deutscher Studien wird dabei meist auf Erkenntnisse aus- ländischer Untersuchungen Bezug genommen, insbesondere auf die amerikani- sche Studie über die Scheidungsfolgen bei Kindern von Wallerstein et. al. sowie auf die australischen Studien zur Einbeziehung...

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