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Versuche von Musikgeschichtsschreibung in Zeiten musikalischer Kanonbildung

Die Musikgeschichten von Sir John Hawkins, Charles Burney und Johann Nicolaus Forkel

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Christiane Vorster

Die Musikgeschichten von Hawkins, Burney und Forkel nehmen in der breitenwirksamen Vermittlung musikästhetischer Kategorien in der Aufklärungszeit einen zentralen Platz ein, da ihre Bücher explizit auf eine weite Leserschaft abzielen. Ziel des Buches ist es, Strömungen der damaligen Geschichtsschreibung zu untersuchen, nach dem möglichen Interesse einer Leserschaft von Musikgeschichten zu fragen, die möglichen Motivationen der Autoren herauszuarbeiten, ihre Erzähltechniken zu analysieren, die von ihnen propagierte Bedeutung der Musik für die Gesellschaft zu untersuchen sowie die Ergebnisse in die Entstehungsphase des musikalischen Kanons einzuordnen.

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Vorwort

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„Stets auf einem Hintergrund eines bereits Begonnenen kann der Mensch das denken, was für ihn als Ursprung gilt“1. Das diesem Buch voran gestellte Zitat von Foucault verweist auf eine in der Literaturwissenschaft gängige Theorie, nach der jeder Text eine umgeschriebene Version eines schon bestehenden Textes ist. Wendet man diese Erkenntnis auf die Musikgeschichten von Sir John Hawkins, Charles Burney und Johann Nicolaus Forkel an, dann scheint deren Selbststilisierung als „erste Musikhisto- riographen“ der Neuzeit reichlich vermessen. Aus eben jenem Zwiespalt zwischen literarischer Tradition und eigener Selbsteinschätzung der Verfasser entwickelte sich bei der Autorin der vorlie- genden Arbeit die Frage, auf welcher Basis die musikhistorischen Bücher von Hawkins, Burney und Forkel aufbauen. Hinzu kam die Frage nach dem Grund für musikhistorische Forschungen, die wiederum mit Theorien zur musikali- schen Kanonbildung im 18. Jahrhundert verknüpft zu sein scheinen. Diese Arbeit stellt die Musikgeschichten von Hawkins, Burney und Forkel in ihren historischen Kontext und versucht sie daraus zu verstehen. Angeregt durch Professor Dr. Christian Kadens Forschungen zur Musikanthropologie und durch sein stetiges Bestreben, Komponisten und Musiker in ihrem sozialen Um- feld zu begreifen, stellt diese Arbeit die Einbindung von Hawkins, Burney und Forkel in ganz spezifischen gesellschaftlichen Netzen und Traditionen dar. Christian Kadens Hinterfragen der Musik nach ihrer Relevanz für die Gesell- schaft war ebenso wie auch sein aufschlussreicher Beitrag über englische Mu- sikästhetik in dem Artikel „Zeichen“ im MGG Triebfeder für die Auseinander- setzung mit dem Umfeld der hier betrachteten Autoren. Ebenfalls...

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