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Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Polen und Österreich

Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven

Edited By Boguslaw Dybas, Tomasz Kranz, Irmgard Nöbauer and Heidemarie Uhl

Diese Bestandsaufnahme der KZ-Gedenkstättenlandschaft in Österreich und Polen thematisiert die Geschichte, die gegenwärtige Situation und die Zukunftsperspektiven dieser Orte. Hintergrund ist die Herausforderung, vor der diese Gedenkstätten heute stehen: Die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs und des Nazi-Regimes rückt zunehmend in die Ferne, die Generation der Zeitzeugen ist kaum noch präsent. Für die Vermittlung der Verbrechen des Nationalsozialismus gewinnen daher die Orte, die Zeugnis davon ablegen, eine immer größere Bedeutung. Es sind aber neue Fragen an die Geschichte und neue Erinnerungsbedürfnisse, mit denen Gedenkstätten heute konfrontiert sind. Dem trägt die Neugestaltung von Museen und Ausstellungen, die derzeit etwa in Auschwitz, Majdanek, Stutthof und Mauthausen durchgeführt oder geplant werden, Rechnung. Die vergleichende Perspektive auf KZ-Gedenkstätten in Polen und Österreich ermöglicht neue Einblicke in die dynamischen Transformationsprozesse der historischen Orte der NS-Verfolgungs- und Vernichtungspolitik.

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Zwischen Konservierung und Rekonstruktion: Die Gestaltung der Kulturlandschaft am Beispiel des Staatlichen Museums in Majdanek

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Das Staatliche Museum Majdanek, das auf dem Gebiet des ehemaligen Kon­ zentrationslagers Lublin gegründet wurde, befindet sich an der nach Zamość führenden Straße am östlichen Stadtrand von Lublin. Es umfasst ein nahezu ebenes Gebiet von 90 ha, auf dem die Barackenreihen und der charakteris­ tische Schornstein des Krematoriums gut zu sehen sind. Insgesamt handelt es sich um über 70 Objekte aus Holz und Ziegeln, die nur einen Teil der ehemaligen Lagerbebauung darstellen und vom Monument des Ehrenmals der Opfer des Kriegs und des Martyriums dominiert werden. In seiner Ge­ samtheit wird dadurch eine spezifische Kulturlandschaft geschaffen, deren heutiges Aussehen zum einen die Folge der dramatischen historischen Er­ eignisse der Zeit von 1941 bis 1944 ist, zum anderen Folge der in der zwei­ ten Hälfte der 1940er Jahre sowie in den Sechziger- und Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts vorgenommenen Veränderungen. Diese galten der kom­ plexen Konservierung der historischen Relikte, dem Gedenken der Opfer des Lagers sowie der Errichtung der Infrastruktur für das Museum. 1. Entstehung und Bausubstanz des Museums Die Geschichte des Konzentrationslagers der Waffen-SS Lublin, wie der vollständige Name des Lagers lautete, das gewöhnlich auch Majdanek genannt wurde, begann im Sommer 1941 mit dem Besuch Heinrich Himmlers, der auf dem Gebiet des in der Nähe von Lublin gelegenen Dorfes sowie der umliegenden Felder den Bau eines Kriegsgefangenen­ lagers beschloss. Das Lager, das verschiedene Funktionen erfüllte — es war Kriegsgefangenen-, Konzentrations-, Straf-, Durchgangs- und Vernich­ tungslager — bestand von Oktober 1941 bis Juli 1944....

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