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Aktuelle Themen und Theoriediskurse in der Sozialen Arbeit

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Edited By Nina Oelkers and Martina Richter

Dieser Sammelband widmet sich der Analyse gegenwärtiger Transformationsprozesse Sozialer Arbeit aus unterschiedlichen theoretischen Blickwinkeln. In den Beiträgen wird sich mit ausgewählten neuen oder neu thematisierten Begriffen, Konzepten und Theorienentwürfen beschäftigt, die Aufschluss geben können über eine reformulierte Funktionsbestimmung Sozialer Arbeit. Diese wird im Kontext aktueller Debatten um einen «Aktivierenden Sozialstaat» kritisch reflektiert.

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Professionelle Rationalisierung alltäglicher Lebensführung: Wie Fachkräfte den Alltag der Nutzer/innen denken und deuten. Nadine Günnewig & Fabian Kessl

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Professionelle Rationalisierung alltäglicher Lebensführung: Wie Fachkräfte den Alltag der Nutzer/innen denken und deuten Nadine Günnewig & Fabian Kessl 1 Einleitung: Soziale Arbeit als geplante Unterstützung und ak- tive Beeinflussung subjektiver Lebensführung Als wohlfahrtsstaatlich verfasste Sozialisationsinstanz hat Soziale Arbeit den gesellschaftlichen Auftrag der geplanten Unterstützung und aktiven Beeinflus- sung subjektiver Lebensführung in Fällen, in denen diese als sozial problema- tisch oder als potenziell sozial problematisch bestimmt wird.Dieser Normalisie- rungsauftrag setzt, wie der Name schon sagt, eine Vorstellung, einen Common Sense über Normalität voraus. Daher bezieht sich Soziale Arbeit immer auf (hi- storisch-)spezifische Lebensführungsmodelle. Diese sind konstitutiv für den Beitrag, den Soziale Arbeit zur Herstellung und Aufrechterhaltung sozialer Ord- nung erbringen soll. Lebensführung stellt infolgedessen theoretisch wie empi- risch eine grundlegende Kategorie Sozialer Arbeit dar. Theorie-systematische Bestimmungen Sozialer Arbeit (nutzen) den implizi- ten oder expliziten Hinweis auf die (alltägliche) Lebensführungsdimension da- her auch selbstverständlich zur Bestimmung der Strukturlogik sozialpädagogi- scher und sozialarbeiterischer Interventionen (vgl. Rauschenbach/Züchner 2002: 157). Hans Thiersch (1992) betonte bereits Anfang der 1990er Jahre die Rele- vanz alltäglicher Lebensführungsmöglichkeiten, wenn er formuliert, dass sich eine Soziale Arbeit, wie er sie konzipiert, an der „ganzheitliche[n] Wahrneh- mung von Lebensmöglichkeiten und Schwierigkeiten, wie sie im Alltag erfahren werden“ (Thiersch 2005: 24) zu orientieren und somit die (Un)Möglichkeiten in der alltäglichen Lebensführung der Akteur/innen in den Blick zu nehmen habe. Ziel und Aufgabe einer „Lebensweltorientierten Sozialen...

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