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Die Auswirkungen der Nichtbeachtung englischer handelsrechtlicher Publizitätspflichten auf eine Private Company Limited by Shares mit Verwaltungssitz in Deutschland

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Dominik Nikol

Der Autor befasst sich mit der Private Company Limited by Shares (kurz: Limited), deren Anzahl in Deutschland nach einer Reihe von Entscheidungen des EuGH stark angestiegen ist. Bei der Gründung einer Limited wird oftmals außer Acht gelassen, dass zahlreiche englische handelsrechtliche Publizitätspflichten zu beachten sind. Ziel der Untersuchung ist es, nach grundlegender Darstellung dieser englischen Publizitätspflichten die Sanktionen bei Nichtbeachtung der Publizitätspflichten aufzuzeigen, die gerade eine in Deutschland tätige Limited treffen können. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Löschung der Limited gelegt. Die Arbeit gibt potentiellen Unternehmensgründern, aber auch Gläubigern Empfehlungen, wie sie sich bei der Interaktion mit einer Limited hinreichend schützen können.

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F. Fazit

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Zwar wird die englische Limited vielerorts gepriesen und ist auch in Deutsch- land allgegenwärtig. 1309 Nach vorstehender Untersuchung, die die Gefahren aufzeigt, die aufgrund der Nichtbeachtung der englischen handelsrechtlichen Publizitätspflichten entstehen können, sollte deren bevorzugte Wahl aufgrund „einfachster Gründungsvoraussetzungen und Haftungsfreistellung“ allerdings in Frage stehen. Auf der einen Seite stehen die umfassenden, teilweise schwer zu erfassen- den Publizitätspflichten, welchen die officers ab Geschäftsbeginn stets nachzu- kommen haben. Auf der anderen Seite sind die Sanktionen zu beachten, die die Verantwortlichen wie auch die Gesellschaft einschneidend treffen können. Zu- dem kann gerade die angepriesene Haftungsfreistellung der Gesellschafter bei Fortführung der Gesellschaft trotz Löschung entfallen, was deren ökonomisches Risiko enorm verschärft. Aus genannten Konsequenzen ist für potentielle Gesellschaftsgründer zu folgern, dass, wenn sie sich nicht in der Lage fühlen, die Beachtung der Publizi- tätspflichten zu bewerkstelligen – sei es mangels eigener Zuverlässigkeit, man- gels eigener Fachkunde oder mangels finanzieller Mittel für die die Gesellschaft unterstützende Fachkräfte – die Rechtsform der englischen Limited zu hohe Ri- siken birgt. Der Gläubiger einer Limited wird schon durch die Wahl der Rechtsform der Limited gewarnt sein; insbesondere erwartet er kein Mindestkapital als Absiche- rung. Zusätzlich muss ihm aber klar sein, dass er sich durch Selbstinformation zu schützen hat. Ansonsten könnte er hinsichtlich seiner Forderungen leer aus- gehen. Das englische Recht bietet für eine solche Information ausreichende Quellen. Diese sind aber für den typischen kleinen Gl...

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