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Arbeitsrechtlicher Antidiskriminierungsschutz und Diversity Management

AGG – Pflicht und Chance zugleich

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Sara Günther

Die Arbeit betrachtet das Konzept des Diversity Management und untersucht das Verhältnis zum arbeitsrechtlichen Antidiskriminierungsschutz. Dabei stehen zunächst die Herkunft und Entwicklung des Antidiskriminierungsrechts in Deutschland und in den Vereinigten Staaten von Amerika im Fokus. Einen Schwerpunkt bilden die Untersuchung der einzelnen arbeitsrechtlichen Antidiskriminierungsvorschriften und deren Einfluss auf die Durchführung eines Diversity Managements. Dies wird ebenfalls rechtsvergleichend untersucht. Die Betrachtung und Analyse der arbeitsrechtlichen Gestaltungsmittel zur praktischen Umsetzung eines Diversity Management-Konzeptes runden die Arbeit ab.

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§ 2 Diversity Management

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I. Begriffsbestimmung 1. Diversity Die deutsche Übersetzung von „diversity“14 kann verstanden werden als Mannig- faltigkeit, Vielfältigkeit, Ungleichheit oder Verschiedenheit.15 Dabei kann sich diese Verschiedenartigkeit zum einen als eine Vielfalt von Menschen, zum anderen auch als Vielfalt innerhalb der einzelnen Personen darstellen. Bei der Bestimmung des Begriffs „diversity“ können grundsätzlich zwei Va- rianten unterschieden werden: Vielfalt als Unterschiede im Gegensatz zu Vielfalt als Gemeinsamkeiten.16 Bei der Betrachtung der Vielfalt als Unterschiede werden die Unterschiede als etwas Trennendes, die Individuen separierendes verstanden. Demgegenüber hebt der Ansatz der Vielfalt als Gemeinsamkeiten die Verbin- dung der Individuen durch bestimmte Merkmale hervor. In der Literatur gibt es folglich zwei Definitionen von „diversity“: Auf der einen Seite als anerkannte Verschiedenartigkeit von Menschen bezüglich Geschlecht, Alter, ethnischer Herkunft, Behinderungen, Religion, Familienstand, Status und auf der anderen Seite als Gleichheit im Sinne von Anerkennung, Respektierung oder gar Nutzung dieser Verschiedenartigkeit.17 14 In den USA wird eine feine Unterscheidung zwischen „diversity“ (mit kleinem „d“) in der Bedeu- tung von Vielfalt und „Diversity“ (mit großem „D“) vorgenommen. Letzteres beschreibt ein umfas- sendes Konzept der Unternehmensführung, eine unternehmerische Geisteshaltung, die die Berück- sichtigung, Anerkennung, Wertschätzung, Nutzung und Förderung von Diversität beschreibt, und zur Einbeziehung („Inclusion“) aller Stakeholder führt. (s.u.) In vielen Übersetzungen kommt dieser Unterschied nicht zum Tragen. Die dadurch entstehende Reduzierung des Ansatzes auf „Differenz“ führt freilich zu anderen Strategien und Implementierungsansätzen, als eine alterna- tiv mögliche Betrachtung von Offenheit und Inklusion. 15 Vgl....

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