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Textlinguistik als Querschnittsdisziplin

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Zofia Berdychowska, Zofia Bilut-Homplewicz and Beata Mikolajczyk

Die Untersuchung der Textualität und die Bestimmung von Textsorten sind bis heute die grundlegenden Forschungsbereiche der Textlinguistik. Das Untersuchungsspektrum wird aber laufend durch neue Erkenntnisse und neue methodische Zugänge erweitert. Der Band fokussiert die aktuellen Forschungsinteressen und ebenso den Erkenntnisstand der polnischen und der ausländischen germanistischen Textlinguistik. Im Mittelpunkt stehen der qualitative und der mediale Wandel sowie das Verhältnis der Textlinguistik zu anderen Disziplinen wie zur Diskursforschung. In diesem Zusammenhang gewinnt das Plädoyer für die Textlinguistik als Querschnittsdisziplin an besonderer Relevanz.

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Emotionalität und Wertung im Diskurs – eine exemplarische Analyse

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Dorota Miller Abstract Der vorliegende Beitrag setzt sich zum Ziel, mein Dissertationsprojekt und die darin vorge- schlagene diskursanalytische Methode an einem konkreten Textbeispiel zu illustrieren. Im Rahmen der Dissertation wird das (emotionale) Bewerten der EU-Osterweiterung in zwei staatlich und sprachlich unterschiedlichen Diskursgemeinschaften verglichen. Der Untersu- chung liegen Artikel aus den meinungsbildenden Wochenzeitschriften DER SPIEGEL und POLITYKA zugrunde, in denen die Osterweiterung der EU bzw. der EU-Beitritt Polens the- matisiert wird. 1. Einleitung und Zielsetzung Den Ausgangspunkt und Impuls für die Untersuchung stellte einerseits Katrin Dövelings (2005: 19) Bemerkung dar, dass Medien nicht nur kognitive Informa- tionen, sondern auch Emotionen und Bewertungen vermitteln, andererseits Fritz Hermanns' Mentalitätsüberlegungen. In Anknüpfung an dessen programmati- schen Aufsatz „Sprachgeschichte als Mentalitätsgeschichte“ (1995) wurde das sprachliche Verhalten im EU-Diskurs als Spiegel der Mentalität, d.h. Indikator des Denkens, Fühlens und Wollens bezüglich des EU-Beitritts Polens bzw. der EU-Erweiterung aufgefasst und analysiert, wobei mein besonderes Interesse der emotional-bewertenden Dimension galt. Das Hauptinteresse lag dabei auf fol- genden Fragen, die zugleich den vier Analyseschritten (s. Kapitel 3) entspre- chen: 1. Wie wird die EU-Osterweiterung im deutschen und polnischen Textkorpus bezeichnet? Sind neutrale oder wertende (positive oder negative) Bezeich- nungen dominant? 2. Wird hauptsächlich pro oder contra EU-Osterweiterung argumentiert? Wel- che Argumentationsmuster überwiegen? 3. Welche Emotionen werden im deutschen und polnischen Teilkorpus explizit genannt und/oder beschrieben bzw. implizit ausgedrückt? 4. Welche Emotionen bzw. Wertungen werden vom visuellen Teil des Kom- munikats transportiert? 116 Dorota Miller 2. Diskurs und Korpus...

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