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Tod und Sterben in der Medizin

Eine Untersuchung zu Begriffsgeschichte und aktueller Bedeutung

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Matthias Gruber

Tod und Sterben gelten in unserer Gesellschaft immer noch als Tabu. Zum Sterben wird gerne auf Institutionen wie Krankenhaus oder Pflegeheim zurückgegriffen. Durch die Palliativmedizin und den immer stärkeren Einfluss der Hospizbewegung ändert sich mittlerweile das Bewusstsein für die letzte Phase des Lebens. Diese Studie betrachtet den Umgang mit den Begriffen Tod und Sterben in der Medizin. Auch werden die damit in Zusammenhang stehenden Begriffe Lebensqualität, Sterbehilfe und Sterbebegleitung in ihrer historischen Entwicklung thematisiert. Den Abschluss der Arbeit bildet eine ausführliche Betrachtung der historischen und aktuellen Bedingungen einer Kommunikation mit Sterbenden.

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1 Definitionen der Begriffe„Tod“ und „Sterben“

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13 1 Definitionen der Begriffe „Tod“ und „Sterben“ Die Begriffe „Tod“ und „Sterben“ üben seit jeher gewaltige Faszination auf den Menschen aus, da jeder davon betroffen ist und berührt wird. In seinen Studien zur Geschichte des Todes hat Philippe Ariès1 beobachtet, dass sich die Öffentlichkeit des Todes, wie sie in Mittelalter und früher Neuzeit noch selbstverständlich war, zu Ende des 18. Jahrhunderts immer weiter in die Anonymität von Krankenhäusern und Alteninstitutionen zurückgezogen hat. Der Tod ist in unserer Gesellschaft mehr und mehr zum Tabu geworden; das Sterben hat sich in die Krankenhäuser verlagert. Immer wieder wird auch in der aktuellen Literatur darauf hingewiesen, dass das Sterben trotz des wachsenden Angebots von Hospizen und palliativmedizinischen Einrichtungen zum großen Teil weiterhin in Kliniken stattfindet.2 Andererseits hat sich gerade wegen des wachsenden Angebots der sterbebeglei- tenden Einrichtungen das Thema „Tod und Sterben“ in der Öffentlichkeit Bahn ge- schlagen und gewinnt, erstmals angeregt durch die 1971 in deutscher Sprache er- schienenen „Interviews mit Sterbenden“ von Elisabeth Kübler-Ross3, mehr und mehr Raum. Die Hospizbewegung, die 1967 durch die Ärztin Cicely Saunders mit der Gründung des St. Christopher’s Hospice im Süden Londons einen weltweiten Durchbruch erlebte, erfuhr nach und nach auch in Deutschland Anerkennung. Hos- pize wurden eröffnet; mittlerweile entstehen auch in Deutschland an Krankenhäu- sern Palliativstationen für Schwerstkranke, die einer intensiven medizinischen und 1 Ariès, Philippe „Geschichte des Todes“ dtv-wissenschaft 4407 7. Aufl. München 1995 2 Vgl. Fuchs,...

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