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Tod und Sterben in der Medizin

Eine Untersuchung zu Begriffsgeschichte und aktueller Bedeutung

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Matthias Gruber

Tod und Sterben gelten in unserer Gesellschaft immer noch als Tabu. Zum Sterben wird gerne auf Institutionen wie Krankenhaus oder Pflegeheim zurückgegriffen. Durch die Palliativmedizin und den immer stärkeren Einfluss der Hospizbewegung ändert sich mittlerweile das Bewusstsein für die letzte Phase des Lebens. Diese Studie betrachtet den Umgang mit den Begriffen Tod und Sterben in der Medizin. Auch werden die damit in Zusammenhang stehenden Begriffe Lebensqualität, Sterbehilfe und Sterbebegleitung in ihrer historischen Entwicklung thematisiert. Den Abschluss der Arbeit bildet eine ausführliche Betrachtung der historischen und aktuellen Bedingungen einer Kommunikation mit Sterbenden.

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4 Würde und Lebensqualität

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Die Begriffe „Würde“ und „Lebensqualität“, die in besonderer Weise am Ende des Lebens eine bewusste Rolle spielen sollten, werden von Medizinern auch häufig in diesem Zusammenhang verwendet. Bei genauerem Nachfragen stellte sich jedoch bis vor kurzem noch schnell heraus, dass keine genauen Definitionen genannt wer- den konnten. Der Begriff der „Würde“ wurde gerne mit dem der „Lebensqualität“ gleichgesetzt und, wie bei öffentlichen Diskussionen zu diesem Thema sehr oft be- obachtet, auf Nachfrage in der Bedeutung von „Schmerzfreiheit“ umschrieben. Sowohl bei Vortragsveranstaltungen als auch bei Podiumsdiskussionen wurde von Medizinern auf Nachfrage stets allein mit dem Begriff „Schmerzfreiheit“ für die Lebensqualität argumentiert; Lebensqualität ersetzte in mündlichen Erklärungen bei allen Erläuterungen den Begriff der Würde. 4.1 Würde 4.1.1 Würde in Bezug auf den Sterbeprozess In der Öffentlichkeit verbindet man oft den Aufenthalt von Kranken mit infauster Prognose mit dem unangenehmen Anblick von Patienten auf Intensivstationen, der häufig mit einer für den Laien nicht zu überschauenden Anzahl von Schläuchen und Apparaten gefüllt ist. Dieser Anblick verleitet zu der Bewertung, dass ein Ster- ben in solcher Situation „unwürdig“ sei. Medizinische Vorrichtungen wie Schläu- che und Apparate dienen jedoch in erster Linie dazu, dem Patienten, auch wenn keine Heilungsaussichten mehr bestehen, die Schmerzen zu nehmen und möglichst große Schmerzfreiheit zu gewährleisten. Obgleich beispielsweise Beatmungsgeräte sowie Perfusoren und Infusomaten (Geräte, die zur kontinuierlichen Zuleitung von Medikamenten über Venenkatheder verwendet werden) zur Linderung...

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