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Sportbeugung

Manipulationsverhalten von Schiedsrichtern im Fußballsport als strafbares Unrecht und die Bedeutung der allgemeinen Täuschung für das Strafrecht

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Zübeyde Duyar

Begründet die Spielmanipulation durch Schiedsrichter im Fußballsport ein Kriminalunrecht? Das Verhältnis der Beteiligten im Fußballsport wird in diesem Buch als Anerkennungs- bzw. Rechtsverhältnis verstanden, innerhalb dessen die Spielmanipulation durch Schiedsrichter als Unrecht qualifiziert werden muss. Diese These wird rechtsphilosophisch begründet. Ein umfassender Schutz des Sports und des darin manifestierten Individualrechts der Beteiligten auf neutrale Spielentscheidungen durch Schiedsrichter wird weder durch die vorhandenen strafrechtlichen noch durch die Sportverbände gewährleistet. Daher muss der Gesetzgeber das Verhalten des Spiele manipulierenden Schiedsrichters notfalls auch strafrechtlich ahnden und einen entsprechenden sportspezifischen Straftatbestand erlassen.

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2. Teil: Die historische Entwicklung der Täuschungssituation durch den Schiedsrichter im Fußballsport

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Das Resultat der dargestellten Entwicklung des strafrechtlichen Täuschungsbe- griffs sind die im geltenden Strafgesetzbuch geregelten tatbestandsmäßigen Si- tuationen von Täuschungen. Mit Harzer ist davon auszugehen, dass der Begriff der Situation vorläufig ganz allgemein einen Zustand beschreibt441. Dieser Zu- stand, den die Beteiligten vorfinden und der einer bestimmten Lösung bedarf, meine die Vorbereitung auf eine den Zweck der Handlungspflicht verfolgende Reaktion auf die gegebene Außenwelt-Situation442. Diese Außenwelt-Situation sei entdeckte Technik, die zunächst vom Begreifen der einzelnen Elemente der Situation abhänge, weshalb der vorgefundene Zustand einer verstandesgemäßen Analyse unterzogen werde, bei der räumliche und zeitliche Faktoren die Struktur dieser Analyse ausmachen. Demnach geht es also um die Sachlage, die abstrakt als wesentliches Element einer allgemeinen Gesetzgebung in den Normen fest- gelegt wird443. Die Beschreibung jeglicher tatbestandsmäßigen Situation wird dabei von der Annahme beherrscht, dass strafrechtliche Tatbestände nicht gren- zenlos formuliert werden können444. Die Differenzierung zwischen strafrechtlich relevanten Situationen und sog. Alltagssituationen wird grundsätzlich für die einzelnen Straftatbestände durch jeweils unterschiedliche Merkmale bestimmt, die an das von dem jeweiligen Straftatbestand zu schützenden Rechtsgut ange- passt werden445. Dies wurde auch bei der bereits oben erfolgten Untersuchung des strafrechtlichen Täuschungsbegriffs festgestellt, die ergeben hat, dass der Begriff der Täuschung in den einzelnen Täuschungsdelikten an den jeweils zu schützenden Rechtsgütern angepasste unterschiedliche Merkmale aufweist. Da- mit wird deutlich, dass die Klassifizierung von verschiedenen Situationen ein typisches Verfahren ist, tatbestandliche Begrenzungen zu formulieren und...

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