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Sportbeugung

Manipulationsverhalten von Schiedsrichtern im Fußballsport als strafbares Unrecht und die Bedeutung der allgemeinen Täuschung für das Strafrecht

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Zübeyde Duyar

Begründet die Spielmanipulation durch Schiedsrichter im Fußballsport ein Kriminalunrecht? Das Verhältnis der Beteiligten im Fußballsport wird in diesem Buch als Anerkennungs- bzw. Rechtsverhältnis verstanden, innerhalb dessen die Spielmanipulation durch Schiedsrichter als Unrecht qualifiziert werden muss. Diese These wird rechtsphilosophisch begründet. Ein umfassender Schutz des Sports und des darin manifestierten Individualrechts der Beteiligten auf neutrale Spielentscheidungen durch Schiedsrichter wird weder durch die vorhandenen strafrechtlichen noch durch die Sportverbände gewährleistet. Daher muss der Gesetzgeber das Verhalten des Spiele manipulierenden Schiedsrichters notfalls auch strafrechtlich ahnden und einen entsprechenden sportspezifischen Straftatbestand erlassen.

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7. Teil: Zusammenfassung der Ergebnisse

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Auf der Grundlage der vorliegenden Untersuchungen und Erörterungen zur Fra- ge, ob Täuschung und Manipulation – dargestellt am „Fall Hoyzer“ und dem Manipulationverhalten von Schiedsrichtern im Fußballsport – Kriminalunrecht begründen, ist nun Folgendes zusammenfassend festzuhalten: 1. Täuschung und Manipulation werden im Strafgesetzbuch nicht an sich kriminalisiert. Historisch betrachtet war dies jedoch nicht immer so. Im römischen Recht etwa begründeten Täuschungshandlungen unter dem Oberbegriff des „falsum“ als Verletzung eines Rechts auf Wahrheit Kri- minalunrecht. Die einzelnen Täuschungsdelikte, wie wir sie heute kennen – einschließlich des Betrugstatbestandes –, sind erst im Laufe der Zeit zu ihrer differenzierten Selbständigkeit gelangt. Erst Anfang des 19. Jahr- hunderts entstand die Differenzierung zwischen der Täuschung als An- griffsmittel auf die Wahrheit bzw. Echtheit als eigenständiges Rechtsgut und auf andere Rechtsgüter. Neben dem Betrugstatbestand des § 263 ent- standen noch weitere Täuschungsdelikte, die als selbständige Delikte qua- lifiziert sind. Kennzeichnend für diese Entwicklung ist damit die Verlage- rung des Unrechts von der Täuschung auf den Erfolg, wobei die Täu- schung ihren Charakter als eigenständige Rechtsverletzung verloren hat und sich zum Angriffsmittel der nunmehr unterschiedlichen Rechtsgüter wandelte. Soweit das Gesetz in den Tathandlungen zahlreicher Strafvor- schriften auf Elemente der Täuschung zurückgreift, geschieht dies nur zum Schutz einzelner täuschungsexterner Rechtsgüter wie Vermögen, Rechtspflege oder Ehre. Die Täuschung wird dabei für den einzelnen Straftatbestand jeweils gesondert bestimmt und zwar unter Berücksichti- gung des Rechtsguts, das in...

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