Show Less

Schulische Gewaltprävention

Abbau sozialer Benachteiligung durch Schulentwicklung

Series:

Jutta Wawretschek-Wedemann

Schulische Gewaltprävention ist ein zentrales Element von Schulentwicklung. Verstanden als Förderstrategie, kann sie eine Präventions- und Interventionsmöglichkeit darstellen, die benachteiligten Kindern und Jugendlichen zugutekommt. Vor dem Hintergrund einer theoretischen Bestandsaufnahme schulischer Gewaltprävention gibt die als Fallstudie angelegte Untersuchung einen Einblick in die Umsetzung schulischer Gewaltprävention entlang der Gestaltungsebenen von Schulentwicklung am Beispiel von Hamburg und Berlin.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

1 Einleitung

Extract

Seit der PISA-Untersuchung im Jahre 2000 ist der Zusammenhang von sozialer Herkunft und Benachteiligung wieder in den Blickpunkt fachwissenschaftlicher und öffentlicher Aufmerksamkeit gerückt. Sozialwissenschaftliche Untersu- chungen weisen die Bedeutung materieller und immaterieller Ressourcen für die individuellen Entwicklungsverläufe, die Ausbildung von Kompetenzstrukturen, die im weiteren Lebensverlauf sowohl für schulische als auch außerschulische Lerninhalte ungleich anschlussfähig sind, sowie die weiteren Lebenschancen nach. In diesem Kontext stellt sich die Schule als entscheidende (Re- )Produktionsinstanz sozialer Ungleichheitsstrukturen dar (Deutsches PISA- Konsortium 2001). Dabei „(bildet) die deutsche Schulformhierarchie eine sozia- le Hierarchie ab, an deren Spitze die sozial hohen Statusgruppen stehen und an deren Ende sich die sozial benachteiligten und ökonomisch unteren Einkom- mensgruppen befinden“ (Bauer 2005: 71). In der Folge sind Heranwachsende in benachteiligender Lebenslage überproportional in Hauptschulen1 vertreten, wo- bei sich diese heute durch eine gravierende Entkopplung von Berufs- und Aus- bildungschancen auszeichnen (Bauer 2005; Konietzka 2007). Gleichzeitig stel- len soziale Benachteiligung und Armut2 ein hohes Entwicklungsrisiko dar. Ei- nerseits erhöhen sie die Risikofaktoren für die Entstehung selbst- und fremd- schädigender Verhaltensweisen (Bauer 2005), andererseits verringern sie die Schutzfaktoren wie „die Fähigkeit, kompensatorische Strategien der Problem- verarbeitung und –bearbeitung zu entwickeln“ (Bauer 2005: 13; Pfeiffer/Wetzels 2001; Scheithauer et al. 2008). Mangelnder Bildungserfolg und die Entstehung gewaltförmiger Verhaltensweisen weisen eine hohe Korrelation auf. Wie die deutsche Schulformhierarchie eine soziale Hierarchie abbildet, so bildet sie auch eine Hierarchie in der Gewaltbelastung ab. Damit rückt die Gruppe der mehrfach benachteiligten Schüler in den...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.