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Vielfalt der sprachlichen Bildung

Handlungsorientierte und erfahrungsoffene Wege zur Sprachkultur

Rita Zellerhoff

Kinder erwerben Sprache im Austausch mit ihrer Umwelt auf der Basis einer einmalig menschlichen Prädisposition ganz beiläufig im sozialen Miteinander. Erwachsene besitzen ein feines Gespür dafür, wie sie ihre Kinder in dieser Erwerbsaufgabe unterstützen können. Die Elterngeneration vermittelt ihren Kindern das Weltwissen in einem sozio-kognitiven Prozess, der Sprache zu einem sehr wirksamen Mittel zur Weitergabe der Kultur macht. Für die ganz Kleinen setzen Verse, Kinderlieder und Märchen elementare sprachliche Bildungsprozesse in Gang. Dieses Buch knüpft an diesen frühen Erfahrungen an. Nach einer begrifflichen Klärung der sprachlichen Bildung werden die Kategorien Lautentwicklung, Wortschatzerwerb, Grammatik und Pragmatik aufgefächert und mit Beispielen aus dem konkreten Umgang mit Kindern veranschaulicht. Die Ausdifferenzierung von Sprache durch die Neukonstruktion des Wissens wird durch Lernprozesse aus einem breiten Fächerkanon angeregt. In erfahrungsoffenen und handlungsorientierten Lernprozessen werden Kinder befähigt, sich auch mit abstrakten Inhalten auseinanderzusetzten, wie an einem Beispiel zur Konzeptualisierung von Zeit gezeigt wird.

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8.1 Das inhärente Wissen um die Entwicklung der Kindersprache und die Notwendigkeit einer Professionalisierung Alle Erwachsenen verfügen über ein implizites Wissen zum Spracherwerb. Es gibt offensichtlich einen „Sprachinstinkt“ (vgl. Pinker, 1996), der sie dazu befä- higt, ihre sprachliche Zuwendung im Kontakt mit Säuglingen und Kleinkindern zu optimieren. Doch sogar Vorschulkinder können sich bereits auf das Sprach- verstehen noch jüngerer Kinder einstellen. Die Menschen, die dem Kleinkind nahe sind, hören sich meist in seine anfangs rudimentären Äußerungen ein. In einer sprachlichen Verständnissicherung spiegeln sie ihnen dann zurück, was sie glauben verstanden zu haben. Gestik und Mimik des Kindes können dabei das Verständnis erleichtern. Wenn Erwachsene die Äußerung des Kindes modellieren, erweiterten sie dabei oftmals ihr Feedback im intendierten Sinne, damit die Kommunikation gelingt. Implizit helfen sie dadurch dem Kind, dass es sich der Erwachsenensprache annähert. Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen haben sich professionell mit der Sprachentwicklung von Kindern vertraut gemacht und können in der Regel durch ihr Wissen und ihre Erfahrung einschätzen, ob die sprachlichen Reaktio- nen der Kinder dem regulären sprachlichen Entwicklungsverlauf folgen. Wie Pagonis beim Vergleich zweier Sprachförderansätze beobachten konnte, bedür- fen erfahrene Erzieherinnen keiner diagnostischen Instrumentarien, um einen Förderbedarf zu identifizieren. „Worin dieser Förderbedarf aber im einzelnen besteht, auf welchem Kompetenzniveau sich das Kind im Erwerb der verschiedenen sprachlichen Teilbereiche also befindet und wie ent- sprechend in der Förderung vorgegangen werden kann, um in den einzelnen...

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