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Das bundesweite Fußball-Stadionverbot

Eine rechtliche Untersuchung mit Praxishinweisen für Fußballvereine und Betroffene

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Linus Schmitt

Diese Arbeit liefert erstmals einen umfassenden Überblick über die Thematik des bundesweiten Stadionverbots. Sie soll zur wissenschaftlichen Diskussion beitragen und richtet sich zugleich an alle Fußballvereine, Fans und Fanprojekte. In der Praxis kann dieses Buch als Nachschlagewerk dienen, um einen gerechten Umgang mit Stadionverboten zu gewährleisten. Es soll die Unsicherheiten beseitigen, die die Diskussion über dieses Mittel der Gewaltprävention verursacht hat: «Rechtsstaatlich untragbar», «im Zweifel gegen den Fußballfan» – Medien, Fans und das Schrifttum reagierten empört, weil der Bundesgerichtshof ein Stadionverbot bestätigte, obwohl der Betroffene weder strafrechtlich verurteilt noch sein Tatbeitrag innerhalb einer Gruppe nachgewiesen war. Diese Arbeit schlägt klare Lösungen und neue Reformen vor.

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Kapitel 1 Grundlagen und Funktionsweise des bundesweiten Stadionverbots

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A. Einführung und Gang der Darstellung I. Gegenstand der Arbeit 1. Einführung „Rechtsstaatlich untragbar“1, „der Willkür die Tür geöffnet“2, „im Zweifel ge- gen den Fußballfan“3 – Medien4, Fußballfans und Fangruppierungen5 reagierten empört, als der Bundesgerichtshof am 30.10.2009 erstmals über ein bundeswei- tes Fußball-Stadionverbot urteilte.6 Auch die juristische Fachliteratur schenkte der Entscheidung größte Aufmerksamkeit:7 „Nur wenige Urteile in Zivilsachen haben eine so hohe gesellschaftspolitische Relevanz wie dieses.“8 – „Das Thema Stadionverbote hat es in sich.“9 „Gerade ob der enormen emotionalen Betrof- fenheit der von einem Stadionverbotsverfahren Betroffenen und der enormen Komplexität dieses Themas, bietet sich ein spannendes und übergreifendes 1 Süddeutsche Zeitung vom 30.10.2009, http://www.sueddeutsche.de/sport/urteil-zu- stadionverboten-rechtsstaatlich-untragbar-1.146982, abgerufen am 28.06.2011. 2 Die Welt vom 31.10.2009, http://www.welt.de/die-welt/debatte/article5034678/Der- Willkuer-die-Tuer-geoeffnet.html, abgerufen am 28.06.2011. 3 Spiegel Online, http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,658328,00.html, abgeru- fen am 28.06.2011. 4 Die öffentliche Kritik bezieht sich vorrangig auf die bundesweite Wirkung des Stadi- onverbots und weniger auf örtliche Stadionverbote, Orth/Schiffbauer, RW 2011, 177 (188). Höfling stellt kritisch fest, dass andererseits auch „ein gewisser Hand zur media- len Inszenierung solcher Ereignisse“ (Ausschreitungen) bestehe, Höfling, in: Höf- ling/Horst, Sport und Gewalt, S. 3 (6). 5 Vgl. zur enormen Bedeutung der Thematik für die Fan-Szene: Immerheiser, in: Kau- erhof u.a., Zuschauer als Störer, S. 21 (25 ff.); Blumberg, Stadionverbot, S. 38 m.w.N.; Orth, Vereins- und Verbandsstrafen, S. 135. Zwischenzeitlich haben sich zahlreiche Interessenverbände der Fans organisiert (z.B. „Pro Fans...

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