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Geschlechtsunterschiede bei motivationalen Faktoren im Kontext des Englischunterrichts

Eine empirische Studie zu Motivation, Selbstkonzept und Interesse im Fach Englisch in der Sekundarstufe I

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Stefanie Fuchs

In der Studie werden ausgewählte Erklärungsansätze zur Entstehung psychologischer Geschlechtsunterschiede argumentativ gegenübergestellt und mit schulischen Interessenunterschieden verknüpft. Die quantitative Befragungsstudie erfasste, zur Beantwortung der Frage nach Geschlechtsunterschieden im vermeintlich mädchenorientierten Englischunterricht, verschiedene motivationale Merkmale der Jugendlichen gegenüber dem Fach insgesamt, den Kompetenzbereichen und ausgewählten fiktiven Unterrichtsabläufen. Im Ergebnis zeigen sich keine einheitlichen Geschlechtsunterschiede zugunsten der Mädchen, was interessante Schlussfolgerungen im Hinblick auf die Verwertung der Befunde in Theorie und Praxis zulässt.

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5 Erklärungsansätze für psychologische Geschlechtsunterschiede

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Da sich diese Arbeit mit psychologischen Geschlechterdifferenzen beschäftigt, die einen Einfluss auf schulische Interessen, Motivation und (fachspezifische) Selbstkonzepte haben, werden sich die in diesem Kapitel vorzustellenden Erklä- rungsansätze auch auf psychologische28 Geschlechtsunterschiede beziehen. Da- zu soll das psychologische Geschlecht zunächst definiert werden: Im Gegensatz zum biologischen Geschlecht, welches ausschließlich durch genetische und hormonelle Dispositionen geprägt wird, werden unter dem Begriff des psycho- logischen Geschlechts die Verhaltensebenen verstanden (vgl. Asendorpf, 2009, S. 160). In früheren Forschungsarbeiten zu Geschlechtsunterschieden wurden hauptsächlich zwei theoretische Ansätze zur Erklärung gegenübergestellt: Zum einen argumentieren Autorinnen und Autoren, dass Geschlechterstereotype und Rollenbilder durch Sozialisationsprozesse entstanden und innerhalb einer Ge- sellschaft über Generationen hinweg aufrechterhalten wurden29. Zum anderen wurde ebenso stark hervorgehoben, dass allein biologische Gegebenheiten die Ursache für Geschlechtsunterschiede seien (s. Teilkap. 4.1.1). Wie bereits das Schlusswort des letzten Kapitels verkündete, ist ein Erklärungsansatz allein nicht ausreichend, sondern die Interaktion beider Aspekte von Bedeutung. Diese Behauptung soll nun mit Erkenntnissen aktueller Forschungsbeiträge begründet werden, welche in diesem Kapitel im Einzelnen auszugs- bzw. ansatzweise vor- gestellt werden. Zwar werden die Erklärungsansätze in den einzelnen Unterkapi- teln getrennt für sich betrachtet, gleichzeitig wird aber darauf Bezug genommen, weshalb von Zusammenhängen und komplexen Interaktionen zwischen den ge- nannten Ansätzen ausgegangen werden sollte (vgl. Halpern, 2000; Steins, 2010). Dazu wird sich das erste Unterkapitel mit den biologischen Erklärungsansätzen befassen (Unterkap. 5.1), um im zweiten Unterkapitel auf die Sozialisationspro-...

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