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Adressatenorientierung beim Schreiben

Eine linguistische Untersuchung am Beispiel des Verfassens von Spielanleitungen, Bewerbungsbriefen und Absagebriefen

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Kirsten Schindler

Diese Untersuchung zeigt, wie sich TextproduzentInnen beim Verfassen eines Textes an ihrem Leser orientieren, wie sie die Planung, Formulierung und Überarbeitung ihres Textes auf einen spezifischen Adressaten zuschneiden. Bei der kontrastiven Analyse dreier Schreibaufgaben – Spielanleitungen für Computerspiele, Bewerbungsbriefe und Absagebriefe einer Verwaltung – wird deutlich, dass die Art der Adressatenorientierung besonders von den (Schreib-)Voraussetzungen der SchreiberInnen abhängt. Als Untersuchungsgrundlage dienen neben Texten und ethnographischen Daten (Fragebogenerhebungen) vor allem Aufnahmen der Gespräche, die bei der gemeinsamen Arbeit der SchreiberInnen entstehen. Ausgehend von den Ergebnissen der Analysen werden Hinweise für die Ausbildung von TextproduzentInnen skizziert.

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5 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse

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5 Zusammenfassung und Diskussion der Ergeb- nisse Adressatenorientierung im Schreibprozess – Resümee Die vorliegende Arbeit hat einen spezifischen Aspekt der Textproduktion be- leuchtet. Sie ging der Frage nach, wie sich SchreiberInnen beim Verfassen eines Textes an einem Adressaten orientieren. Dafür wurde zunächst eine Präzisierung vorgeschlagen: Der Adressat wurde als Konstrukt begriffen, das in der aktuellen Schreibsituation und von den SchreiberInnen hergestellt wird. Das Untersu- chungsinteresse der Arbeit wurde darin beschrieben, erstens Adressatenorientie- rung als eine Aufgabe im Prozess der Textproduktion zu verorten, zweitens Ver- fahren und Methoden der Bearbeitung sowie der Einlösung von Adressatenori- entierung (aus der Perspektive der SchreiberInnen) zu rekonstruieren und drit- tens Adressatenorientierung im Vergleich verschiedener Schreibaufgaben zu diskutieren. Dafür wurden Textproduktionsprozesse kontrastiert, die bei der Herstellung dreier Gebrauchstexte: Spielanleitungen, Bewerbungsbriefe und Absagebriefe entstanden. Die Herstellung der Texte erfolgte jeweils in koopera- tiven Settings, d.h. als gemeinsame Lösung einer Schreibaufgabe. Damit wurde ein spezifischer Untersuchungszugang gewählt, nämlich konversationelle Schreibinteraktionen: Gespräche die für die gemeinsame Herstellung eines Tex- tes geführt werden. Die Untersuchung der Daten erfolgte in Anlehnung an konversationsanalytische Arbeiten und die methodische Prämisse, Analysekriterien aus den Daten selbst zu eruieren. Den Einstieg in das Thema bildete entsprechend die Analyse eines ausgewählten Falles. Am Beispiel der Interaktion von Vivian und Marc, die ge- meinsam eine Spielanleitung für Kinder formulieren, wurde gezeigt, wie sich Adressatenorientierung sukzessive – also Zug um Zug – bei der gemeinsamen Herstellung eines Textes manifestiert. Es zeigte sich, dass die SchreiberInnen den...

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