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Synthesen in der Musik des 19. Jahrhunderts

Rainer Wilke

Musikalisches Material – Themen, Motive, deren Komponenten – erscheint in der Musik des 19. Jahrhunderts im Verlauf von Kompositionen in neuen Zusammensetzungen. Für deren verschiedene Strukturen wird der Begriff «Synthese» mit differenzierenden adjektivischen Bestimmungen eingeführt. Synthesen können unterschiedliche Funktionen im Verlauf der Stücke übernehmen. Der Autor geht den motivischen wie formalen Strukturen sowie deren Funktionen analytisch nach und untersucht den motivisch-thematischen Prozess, der diese Synthesen hervorbringt und bestimmt. Dadurch ergibt sich ein differenziertes Bild der materialen wie formalen Gegebenheiten – durchaus auch außerhalb geläufiger Schemata.

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Analysen

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Im folgenden zweiten Teil des Textes sollen eine Reihe von Analysen dazu dienen, die Strukturen beispielhaft darzustellen, die die angesprochenen Synthesen ausmachen. Wobei, um es noch einmal zu betonen, eine klare Unterscheidung zwischen Synthesen, die wesentlich im formalen Bereich angesiedelt sind, und solchen, die motivisch-thematische Prozesse verfolgen, nicht immer möglich ist. Die Auswahl umfasst nur eine Auswahl der mögli- chen Werke. Und ebenso, wie weitere Stücke den hier untersuchten Gesetzen folgen, werden andere eben gerade auf gänzlich verschiedenen Grundlagen beruhen und den hier untersuchten Strukturen nicht zuzuordnen sein. Die Ordnung der Darstellung folgt im Grundsatz dem Verlauf der Mu- sikgeschichte des 19. Jahrhunderts, gegen Ende des Zeitraums sind im Ein- zelnen dann kompositionstechnische Strukturen maßgeblich. Im Text sind keine Notenbeispiele eingefügt. Die zum Teil große Komplexität der Ana- lysen verlangt eine ebenso komplexe Darstellung. Dazu lassen sich kaum adäquate Notenbeispiele einfügen. Es empfiehlt sich deswegen, gegebenen- falls Noten zum Mitlesen hinzuzuziehen. Beethoven Violinsonate op. 23 Für die Violinsonate op. 23, a-Moll von 1800/1801 hat Beethoven als letz- ten Satz ein Rondo komponiert. Dieses Rondo zeigt den Verlauf A B A C A D A E A’ Coda. So jedenfalls stellt sich der Satz zunächst dar. Die Abgrenzung der Zwischenspiele zu den folgenden Themeneinsätzen wird deutlich über Tempoveränderungen, kadenzierende, kurze Formen, Ferma- ten und Doppelstriche betont, sodass dieser Verlauf unmittelbar erkennbar ist. In den die Zwischenspiele abschließenden wenigen Takten wird auch die Rückmodulation in die...

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