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Kohärenz und indirekte Anaphorik

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Zsófia Haase

Ausgehend von einer Sprecherbefragung mit deutschem Sprachmaterial untersucht die Autorin die Verwendung von indirekten pronominalen Anaphern im Deutschen. Die Ergebnisse der empirischen Arbeit bestätigen die zentrale Hypothese der Abhandlung: Den Muttersprachlern erscheint die Verwendung von indirekten pronominalen Anaphern im Deutschen als akzeptabel, wenn der implizite Referent nuklearer Bestandteil der gegebenen Diskursrepräsentation ist. Die Autorin kann somit auf der Grundlage von Grammatikalitätsurteilen zeigen, dass indirekte pronominale Anaphern akzeptierte Kohärenzmittel sind.

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4. Indirekte pronominale Anaphern in Texten

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4.1 Problemstellung Obwohl Pronomina als indirekte Anaphern in der Forschung vielfach proble- matisiert wurden (siehe Postal 1969; Ward et al. 1991, Schwarz 2000; Erkü & Gundel 1987; Sanford et al. 1983; Yule 1982; Greene et al. 1994; u.a.), ist nicht zu- friedenstellend festgelegt worden, unter welchen Bedingungen Pronomina als indirekte Anaphern verwendet werden können (Grundfrage=GF). Cornish et al. (2005) haben diese Frage bzw. die Spezifikation der GF zu klären versucht. In ihren zwei Experimenten mit französischem bzw. englischem Sprachmaterial versuchten sie die Hypothese zu überprüfen, dass die Wiederaufnahme eines im- pliziten Referenten durch (Nicht-Subjekt-)Pronomina möglich sei, aber nur un- ter der Bedingung, dass der implizite Referent ‚nuklear‘ und nicht ‚peripher‘ ist. Die Ergebnisse haben die Voraussagen der Forschergruppe weitgehend bestätigt. Kapitel 4 der vorliegenden Arbeit setzt sich zum Ziel, zum einen die Gründe für die Unbeantwortetheit der GF zu ermitteln, und zum anderen die Arbeit von Cornish et al. (2005) detailliert vorzustellen, da sie zu wichtigen Erkenntnissen hinsichtlich der Verwendung indirekter pronominaler Anaphern führte, wo- durch auch die spezifizierte Version des Grundproblems gelöst zu sein scheint. Für die Unbeantwortetheit der oben gestellten GF könnten zwei Gründe an- gegeben werden. Der erste Grund wird in Abschnitt 4.2., der zweite in Abschnitt 4.3. ausgeführt. In Unterkapitel 4.4. werden die Experimente von Cornish et al. (2005) ausführlich behandelt und dem Leser die Ergebnisse der Forschergruppe präsentiert, nicht zuletzt aus dem Grund, weil in Kapitel 5 eine...

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