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Neu zugewanderte Jugendliche und junge Erwachsene an Berufsschulen

Ergebnisse einer Befragung zu Sprach- und Bildungsbiografien

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Barbara Baumann and Alfred Riedl

Die sprachliche und berufliche Qualifizierung von jungen Geflüchteten sowie allen anderen neu zugewanderten jungen Menschen erfolgt in Bayern zu großen Teilen an Berufsschulen. Schülerinnen und Schüler in Berufsintegrationsklassen im zweiten Schuljahr haben in einer Online-Erhebung Auskunft zu ihrer Sprach- und Bildungsbiografie gegeben.
Dieses Buch wertet die Studie kritisch aus und interpretiert die große Vielfalt innerhalb der Gruppe in Bezug auf Merkmale wie schulische Vorbildung, Mehrsprachigkeit und berufliche Perspektive. Aus den Untersuchungsergebnissen leiten die Autoren Anregungen für die Gestaltung und Weiterentwicklung von Berufsintegrationsmaßnahmen ab.

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5. Theoretischer Bezugsrahmen

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Bei der Entwicklung des Befragungsinstruments sollte idealerweise auf methodi- sche Erfahrungen und Frageitems zurückgegriffen werden, die in der Vergangen- heit im Rahmen anderer wissenschaftlicher Untersuchungen entstanden sind und sich bewährt haben� Interessant waren vor diesem Hintergrund Forschungsde- signs, welche in einem oder mehreren Punkten mit der geplanten Befragung von neu zugewanderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen an den Berufsschulen Bayerns übereinstimmen: Einerseits waren Arbeiten mit inhaltlicher Ausrichtung auf allgemeine personenbezogene Daten, Sprach- und Bildungsbiografie relevant, andererseits Erfahrungen mit der Zielgruppe der neu Zugewanderten im jungen Erwachsenenalter mit Sprachkenntnissen auf Sprachniveau A2+� Biografieforschung Einführungen ins qualitative Forschen enthalten oftmals einen Abschnitt zur Bio- grafieforschung (z�B� Flick et al� 2013, Lamnek 2010)� Vorgeschlagen werden dort meist sehr offene Erhebungsverfahren zur Beantwortung der Forschungsfragen, wie leitfadengestützte oder narrative Interviews� In der Migrations- und Flucht- forschung scheinen qualitative Verfahren der beforschten Zielgruppe besonders gerecht zu werden� Schroeder & Seukwa (2007) nennen hierfür zwei Gründe: Zum einen können manche Informationen erst mit tiefer gehenden Verfahren zu Tage gefördert werden� Als Beispiel führen sie (ebd�, S� 104) den Erfahrungs- wert an, dass Geflüchtete informell erworbene Kompetenzen in einem Fragebo- gen tendenziell nicht angegeben� Hinzu kommt das Problem des cultural bias, der möglicherweise kulturspezifischen Interpretation von Testitems quantitati- ver Forschung� Trotz dieser Risiken können Instrumente wie Fragebögen immer dann zielführend sein, wenn das Erkenntnisinteresse ein Querschnitt einer Ge- samtpopulation ist wie im Falle der vorliegenden Untersuchung an bayerischen Berufsschulen� Für die Entwicklung der...

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