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Mehrsprachigkeit und Englischunterricht

Fachdidaktische Perspektiven, schulpraktische Sichtweisen

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Jenny Jakisch

Die Autorin untersucht aus der Perspektive der Englischdidaktik, welchen Beitrag der Englischunterricht zur Entwicklung individueller Mehrsprachigkeit leisten kann. Sie skizziert potenzielle Mehrsprachigkeitsfelder und gibt Einblicke in die Sichtweisen der Beteiligten, die über eine Befragung von über 250 Schülerinnen und Schülern und 15 Lehrkräften rekonstruiert wurden. Dabei zeigt sich, dass nicht nur Vorteile, sondern auch Risiken mit einer Öffnung des Englischunterrichts für Mehrsprachigkeit verbunden sind. Die Ergebnisse tragen zu einem besseren Verständnis des im Schulalltag Möglichen bei und geben wichtige Impulse für die weitere fremdsprachendidaktische Forschung.
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3 Begründungen für eine Erziehung zur Mehrsprachigkeit

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Mit verschiedenen Argumenten und aus unterschiedlichen Perspektiven lässt sich begründen, dass das Erlernen einer oder mehrerer Fremdsprachen bedeutsam, Mehrsprachigkeit „Recht“ und „Pflicht“ des Bürgers (IKONOMU 2008: 17) und ein Unterrichten gemäß den Vorstellungen der Mehrsprachigkeitsdidaktik sinnvoll ist. Dabei handelt es sich zum einen um eher traditionelle Gründe für das Sprachenlernen, d.h. Aspekte, die schon immer für das Lernen einer neuen Sprache angeführt wurden, zum anderen um spezifisch europäische Überlegungen, bei denen gezielt auf die besondere Situation der sprachlichen und kulturellen Vielfalt Europas abgehoben wird. Die Argumente werden im folgenden Kapitel dargestellt, diskutiert und hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit bewertet, denn „[d]amit Mehrsprachigkeit als Reichtum betrachtet werden kann, müssen die Vorteile erkennbar sein“ (LUTJEHARMS 2009: 21).

Da es sich bei „M+2“ um eine Zielvorstellung der Sprachenpolitik der EU handelt, bilden sprachen- und bildungspolitische Ausführungen den Ausgangspunkt der Überlegungen (Kap. 3.1). Daran anknüpfend wird aus der interkulturellen Perspektive erläutert, weshalb Kenntnissen in mehr als einer Fremdsprache eine hervorgehobene Bedeutung zukommt (Kap. 3.2). Es folgt eine Darstellung eher schulpädagogisch motivierter Argumentationslinien, bei der sowohl mögliche Vorteile des Sprachenlernens für monolingual aufgewachsene Lerner als auch die Forderung nach einer Aufwertung der Herkunftssprachen beleuchtet werden (Kap. 3.3). Kap. 3.4 widmet sich der lerntheoretischen Perspektive und diskutiert im Rückgriff auf die zuvor dargestellten Annahmen der Mehrsprachigkeitsdidaktik kritisch, welche Verbesserungen des fremdsprachlichen Aneignungsprozesses durch mehrsprachigkeitsbasierte Lehr- und Lernformen in Aussicht gestellt werden. Da die Mehrsprachigkeitsdidaktik, wie dargestellt,...

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