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Landrechtsentwurf für Österreich unter der Enns 1573

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Edited By Wilhelm Brauneder

Der Landrechtsentwurf 1573 stellt in der Kette derartiger Entwürfe von 1526 bis 1654 insofern den bedeutendsten dar, da er trotz Fehlen der landesfürstlichen Sanktion große Verbreitung in der Praxis sowie Berücksichtigung in der Rechtswissenschaft fand und nachfolgenden Entwürfen zugrunde lag. Mit seiner Verbindung von Landsbrauch und Gemeinem Recht stellt er in der Methode des usus modernus pandectarum ein typisches Produkt des ius Romano-Germanicum dar.
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Einleitung

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A)  Allgemeines

Mit der Edition des Landrechtsentwurfs 1526 (= Rechtshistorische Reihe 452, 2015) verringerte sich die Editionslücke in den österreichischen Privatrechtsquellen der frühen Neuzeit1. Die Edition des chronologischen Nachfolgers von 1573 schließt sie in erheblichem Maße. Dies trifft umso mehr zu, da dessen Bedeutung insoferne über ihn hinausgeht, als er die Grundlage für die weiteren Entwürfe gleicher Art von 1595 und von 1654 für Österreich unter der Enns bildet und auch für jenen für Österreich ob der Enns von 16092. Liegt die Bedeutung des früheren Landrechtsentwurfs 1526 darin, daß er den ersten umfassenden Niederschlag der neuzeitlichen Privatrechtswissenschaft in den Ländern des heutigen Österreichs insgesamt darstellt, so die des Landrechtsentwurfs 1573 vor allem in seiner weiten, wenngleich bloß handschriftlichen Verbreitung und Verwendung in der Rechtspraxis sowie in der Legistik und in der wissenschaftlichen Literatur. In der Kette der Landrechtsentwürfe von 1526 bis 1654 bildet er das wichtigste Glied3. Seinen chronologischen Vorgänger von 1526 übertrifft er um das Doppelte an Umfang. Die landesfürstliche Sanktion erhielt er wie dieser nicht. Als Gesetzesvorhaben steht er allerdings nicht isoliert, sondern bildet einen Teil der gerade im 16. Jahrhundert besonders ausgeprägten Gesetzesproduktion4. Nur kurz sei erwähnt die Landgerichtsordnung 1540 für den Strafprozeß, die Landrechtsordnung für den Zivilprozeß 1557 und die umfangreichen Polizeiordnungen, insbersondere ab 1542. Besonders deutlich sind diese Zusammenhänge durch die häufigen Verweisungen auf die Landrechtsordnung 1557 für den Zivilprozeß (z....

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