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«Grammaire des Dames»-«Grammatica per le Dame»

Grammatik im Spannungsfeld von Sprache, Kultur und Gesellschaft

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Gabriele Beck-Busse

Die Studie leistet einen Beitrag zur Geschichte der Grammatikschreibung des Französischen und Italienischen und legt ihren Schwerpunkt auf Frankreich und die deutschsprachigen Länder im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Da bereits in den Titeln Grammaire des Dames und Grammatica per le Dame ein explizit formulierter Adressatenbezug erscheint, konzentrieren sich die Fragen, die dieser seriellen Untersuchung zugrunde liegen, weniger auf die Grammatiktheorie als vielmehr auf den aus der Zeit heraus zu entwickelnden Bezug zu den Damen. Damit gewinnen andere Aspekte an Bedeutung, die mit Bezug auf das Konstrukt «Damen» zu interpretieren sind: Widmungen und deren Adressaten, Ex Libris, Format, Umfang und inhaltliche Schwerpunktbildung der Werke, die Verwendung der Fachbegriffe, die Präsentation der Inhalte bzw. der Kommunikationsmodus, der Zusammenhang Sprachbewertung – Genderkonstrukt sowie die Zeiträume der editorischen Verdichtung vor dem Hintergrund historischer Ereignisse. Der Band enthält eine umfangreiche kommentierte Bibliographie und anschauliches Bildmaterial.
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4.7. Grammatik und Ereignisgeschichte: Chronologie und Auflagen der Grammaires des Dames und Grammatiche per le Dame

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189

Die folgenden Überlegungen, insbesondere die Parallelisierung von Ereignis- und Grammatikgeschichte, gehen auf die Analyse des untersuchten Corpus zurück, sind also lediglich in bezug auf die ermittelten französischen und italienischen Damen-Grammatiken formuliert und können keine Allgemeingültigkeit beanspruchen.

Die große Zeit der Damen-Grammatiken liegt im 18. Jahrhundert. Sieht man von der 1688 in Venedig angekündigten, aber nicht auffindbaren Grammaire des Dames bzw. Grammatica delle Dame von Louis de Pelenis und von der 1728 in Paris erschienenen Grammaire italienne von Annibale Antonini zunächst einmal ab, so setzt eine wirkliche Reihe (im wahren Sinn des Wortes) erst 1744 ein: mit Lehrwerken, die im deutschsprachigen Raum und für den Französisch-Unterricht konzipiert sind.

Die folgende Übersicht veranschaulicht die Serie in chronologischer Abfolge, wobei die sich anschließende Periodisierung die Idee von Phasen der Verdichtung (Zimmermann 1996: 239) aufgreift:

Die in den deutschen Ländern erschienenen Lehrwerke konzentrieren sich zwischen 1744 und 1768 bzw., wenn man die Neuauflagen berücksichtigt, zwischen 1744 und 1783.192 Im französischsprachigen Raum (abermals ohne Antonini zu berücksichtigen) finden wir die frühesten Werke erst zu einer Zeit, in der das Pariser Druck- und Verlegergewerbe “de sérieuses difficultés” durchlebt, “dont elles [imprimerie et librairie parisiennes] ne sortiront vraiment qu’en 1785” (Minard 1989: 92; außerdem Martin 1990). Dabei häufen sich die Werke in der Spanne zwischen 1772 und 1789, in die sich auch Tournons Promenades de Clarisse (Paris 1784-1787) einf...

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