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Landrechtsentwurf für Österreich unter der Enns 1526

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Wilhelm Brauneder

Der Landrechtsentwurf 1526 stellt ein bedeutendes Zeugnis der vom Humanismus geprägten frühneuzeitlichen Wissenschaft vom Privatrecht sowie vom Zivilprozessrecht dar. Er enthält einführend auch eine allgemeine Rechtslehre, etwa über Gerechtigkeit, Gewohnheitsrecht und das Gesetzgebungsrecht des Landesfürsten. Dennoch verweist er für Zweifelsfälle und Lückenfüllung nicht auf das Römisch-Gemeine Recht, sondern auf das heimische Gewohnheitsrecht. Auffallend ist auch das Bemühen um eine deutsche anstelle der lateinischen Rechtsterminologie. Obwohl die landesfürstliche Sanktion ausblieb, folgten weitere ähnliche Texte bis an die Schwelle der naturrechtlichen Kodifikationen im 18. Jahrhundert.
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III. Buch. Vorrede des III. Buchs

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Als wir in den vörderen zwaien püechern beschriben haben von den gerichtspersonen und ordnung des gerichts, und so nun der merer thail aller gerichtshandlung der güeter halben und aus den gerechtigkhaiten so die menschen darzue zu haben vermainen [Bl. 103a] entspringen, und die vier wörtl ‘mein und dein, es ist und ist nit’ alle ursach zu krieg geben, darumb hat unß fur not angesehen numallen zu entdeckhen, welcherlai güeter in des menschen geprauch nutz posseß und aigenthumb fallen, und durch was handlung der mensch solch güeter uberkhumen müge, und wie in gemain ain ieclichs guet gethailt werden soll. wie wol wir bedenkhen, wie die rechtgelerten so vor zeiten die recht ainßthails in teutscher zungen ausgezogen albeg dem fuesstapfen irer lernung nachgetretten, damit si nit gesehen wuerden aus dem weeg irer puecher zu geen, aber wenig aufsehen gehabt unserer zeiten regierung schikhlichait und geschichten derselben üebung gemainer gebrauch und erforschung der händl, dann unser wesen und gepreüch der römischen zeit wesen und handlung denen das geschriben recht aufgesezt worden ganz ungleich ungemäß und verr davon sein.

Deshalben wöllen wir sagen von thailung der güeter diesem unserm fürstenthumb gemäß. und ob dieselb ainsthails ab dem weg der geschribnen recht wiche, wolle si niemant beschenena) sonder die sachen unserer notturft gleichmässig mit dem trewisten versteen.

[§.1.] Anfenkhlich werden alle güeter gethailt in geistlich und weltlich oder zeitlich. die geistlichen sein, die zu der...

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