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Gottessohn und Mutter Erde auf bronzezeitlichen Felsbildern

Herman Wirth und die völkische Symbolforschung

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Luitgard Löw

Die Autorin stellt Herman Wirth (1885–1981) vor, der in den 1930er Jahren ein bekannter und umstrittener Gelehrter war. Der zirkumpolare Norden galt ihm als Quelle aller Kultur. Von dort trug die nordische Rasse die urmonotheistische Hochkultur in die Welt. Urschrift, Urkultur und Ursymbolik bildeten ein Erbe, um dessen Wiederbelebung er lebenslang kämpfte. In Symbolen, die er in volkskundlichem und archäologischem Material fand, besaß es eine Kontinuität bis in die Gegenwart. Wirths Ideen sprachen Heinrich Himmler an und führten zur Gründung des «Ahnenerbes». In diesem Rahmen stellte Wirth auf zwei Expeditionen nach Skandinavien 1935 und 1936 Gipsabgüsse her, die in Deutschland als Zeugnisse der hohen Kultur der nordischen Rasse galten.
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Das Dokumentieren der Felsbilder

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Seit ihrer Entdeckung als archäologische Quelle bildet die Dokumentation der Felsbilder eine wichtige Aufgabe und ist es bis heute geblieben. Ist die Anzahl der Felsbilder in Dänemark und Finnland überschaubar, werden in Schweden und Norwegen jedes Jahr neue Plätze entdeckt.

Lange hatte man eine vergleichsweise ungenaue Dokumentation der Bilder als ausreichend erachtet. Seit den ersten Dokumentationsversuchen wurde mit verschiedenen Techniken experimentiert, wobei für alle Verfahren die gründliche Reinigung des Felsen eine wichtige Voraussetzung ist. Carl Georg Brunius beschrieb 1868 eine Methode, die seit langem streng verboten ist: er hatte zunächst die Erde entfernt und anschließend mit einem eisernen Schaber das Moos abgekratzt.

Axel Holmberg empfahl, den Felsen mit Wasser abzuspülen und dann, wenn die Figuren deutlich heraustreten, mit Kreide nachzuzeichnen.625 Während er die Felsbilder zu verschiedenen Tageszeiten und bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen aufsuchte, experimentierte Carl Georg Brunius mit künstlichem Licht und Schräglicht.626 Traten die Figuren nicht deutlich hervor, dann wartete er auf einen niedrigeren Sonnenstand oder versuchte, die Konturen in der Nacht mit Hilfe einer Laterne zu entdecken, die er anschließend mit Kreide nachzog. Lauritz Baltzer zeichnete 1874 die Felsbilder des Bohuslän im Format 1:1 auf ungefärbten Seidentaft, ein äußerst licht- und feuchtigkeitsempfindliches Material, das auf weißes Leinen aufgeklebt und an den Rändern mit Seidenbändern eingesäumt wurde.627 Vereinzelt kam zu dieser Zeit bereits die Fotografie zum Einsatz.

Ende des 19. Jahrhunderts beschrieb...

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