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Origenes’ tropologische Hermeneutik und die Wahrheit des biblischen Wortes

Ein Beitrag zu den Grundlagen der altchristlichen Bibelexegese

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Dieter Lau

Der Autor thematisiert die Funktion der Tropologie in Origenes’ Hermeneutik und Exegese. Er behandelt dessen Tropus-Begriff, Methodologie und Zeichentheorie. In diesem Kontext klärt er die Methode des Alexandriners, biblische Ausdrücke nach dem heuristischen Prinzip der doppelten Bezugswelt als Tropen zu identifizieren und diese nach ihrer Zugehörigkeit zum üblichen Sprachgebrauch oder zur Welt der Spiritualität zu kategorisieren. Die Darstellung der origenischen Dialektik führt dem Leser das begriffliche Arsenal vor Augen, mit dessen Hilfe der Exeget der Bibel deren geistige Bedeutung erschließt. Unter dem Aspekt «Wahrheit und Methode» erörtert der Autor den Erkenntniswert der analysierten Interpretationstheorie. Die Studie erhellt, die Tradition einbeziehend, die bibelhermeneutische Theoriebildung im antiken Christentum.
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IV. Die Erschließung des τροπικῶς λεγόμενον und ihr ontologisch-logisches Instrumentarium

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Nachdem wir uns Origenes’ Verfahren zur Identifikation biblischer Ausdrücke als τροπικῶς λεγόμενα vergegenwärtigt haben, stellt sich nun als nächster Schritt die Aufgabe, die Methode im Einzelnen zu analysieren, mit der Origenes die in einem τροπικῶς λεγόμενον beschlossene geistige Bedeutung freizulegen sucht.

Wir begrenzen hierzu das Blickfeld auf die bibelexegetisch bedeutsamste und dominante Tropus-Art, den Similaritätstropus, und das seiner Erschließung dienende Verfahren. Es geht hierbei um die Analyse sowohl der ontologisch-logischen Struktur des Similaritätstropus als auch der hermeneutischen Funktion seiner konstitutiven Elemente. In diesem Zusammenhang wird auch die Verflechtung des Similaritätstropus und seiner Interpretation mit der philosophisch-theologischen Metaphysik aufzuzeigen sein.

Zunächst zu Origenes’ Vorstellung von dem Verhältnis der Sinnenwelt zur Geistwelt und den ontologisch-logischen Verbindungen dieser beiden Seinsbereiche.

Origenes hat die platonische Unterscheidung von Sinnenwelt (τὰ ὁρατά/τὰ αἰσθητά) und Geistwelt (τὰ νοητά) in Verbindung mit der erkenntnistheoretischen Funktionsbestimmung der Sinnenwelt rezipiert und dieses Paradigma im Sinne der christlichen Lehre überformt442. ← 125 | 126 →

Dies zeigt anschaulich der folgende Abschnitt aus der Schrift Contra Celsum.

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