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Die Patriotische Gesellschaft in Bern und Isaak Iselins Anteil an der europäischen Geschichtsphilosophie

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Margret Genna-Stalder and Lars Lambrecht

Das Buch präsentiert zwei sehr unterschiedliche Textformate: eine Forschungsarbeit von 1974 zur «Patriotischen Gesellschaft in Bern», die jetzt erstmalig gedruckt vorliegt, und eine vorläufige Dokumentation zum Anteil des Basler Ratsherrn Isaak Iselin (1728–1782) an der europäischen Geschichtsphilosophie. Iselin war Gründungsmitglied der Berner Gesellschaft und Autor der ersten deutschsprachigen Geschichtsphilosophie. Die gegenseitige Bezugnahme der beiden Studien zum «Ursprung» des geschichts philosophischen Denkens und dem simultanen Beginn der Patriotischen Gesellschaften am Beispiel der Berner zeigt vor allem eins: Sie macht den Anspruch jener Aufklärer plausibel, die theoretische Entwürfe mit der sozioökonomischen Praxis im Bestreben um politische Reformen verbunden wissen wollten.
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Statt einer Einleitung

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Dem Koautor war die Idee zu dieser gemeinsamen Dokumentation aus einem ursprünglich scheinbar völlig anderen historischen und theoretischen Interesse gekommen. Und zwar war es ihm als Verwalter des privaten literarischen Nachlasses von Karl Nauwerck (1810–1891) zunächst daran gelegen, die eigentlichen geistes-, ideen- und gesellschaftlich-politischen Quellen von Nauwercks 1834 an der Universität Halle vorgelegten Disssertatio philosophico-historica De progressibus generis humani zu rekonstruieren. Dieser Nauwerck war bald Privatdozenten für Orientalistik und Geschichte der Philosophie an der Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin geworden, dann auf Veranlassung des Königs zum Ausscheiden aus der Universität gezwungen und ein Vertreter der politischen Opposition im Vormärz und später demokratischer Abgeordneter von Berlin in der Frankfurter Paulskirche sowie im sog. Stuttgarter Rumpfparlament geworden, von wo er – in Preußen zum Tode verurteilt – in die Schweiz emigrieren musste.

Nauwerck hatte zwar Hegels Vorlesungen in Berlin gehört, war aber kein Anhänger seiner Philosophie und schon gar nicht seiner Geschichtsphilosophie gewesen. Wenn nicht an Hegel, an wem aber hatte sich dieser Nauwerck dann orientiert? Um diese Frage beantworten zu können, war eine Übersicht in die historische Entwicklung der geschichtsphilosophischen Entwürfe bis zu Hegel zu gewinnen. Dabei war die Problematik der Anfänge der europäischen Geschichtsphilosophie und das Wirken Isaak Iselins in den Blick gekommen. Dass Iselin zumindest philosophie- und mentalitätsgeschichtlich sowie im Hinblick auf das politisch-praktische Engagement ein Vorbild für Nauwerck hätte gewesen sein können – hätte dieser denn...

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