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Kolonialismus und Dekolonisation in nationalen Geschichtskulturen und Erinnerungspolitiken in Europa

Module für den Geschichtsunterricht

Uta Fenske, Daniel Groth, Klaus-Michael Guse and Bärbel P. Kuhn

Dieser Band bietet Lernenden und Lehrenden einen neuen Zugang zu der Frage, welche Rolle Kolonialismus und Dekolonisation in einer geteilten europäischen Vergangenheit spielen, und stellt Materialien für den Geschichtsunterricht bereit. Die Beiträge sind das Ergebnis des EU-Projektes CoDec, in dem Partner aus Belgien, Deutschland, Estland, Großbritannien, Österreich, Polen und der Schweiz zusammengearbeitet haben. Die einzelnen Module beschäftigen sich mit kolonialen Vergangenheiten, Prozessen von Dekolonisation und Erinnerungspolitiken in verschiedenen Ländern in vergleichender und transnationaler Perspektive. Sie bieten anregende Quellen und konkrete Vorschläge für einen zeitgemäßen Geschichtsunterricht an Europas Schulen.
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Kartoffeln, Kaffee und Zucker – das Fremde aus „Übersee“ verändert Europa

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Einführung in die Module

Die Europäische Expansion veränderte die Welt. Sie war ein Prozess, der zwei Seiten hatte: eine von Europa nach außen gerichtete Dynamik sowie eine zweite, binnenorientierte, hineinströmende. Die ausstrahlende Wirkungsdimension war untrennbar mit der verbunden, die auf Europa zielte und es zum Objekt von Einflüssen aus der überseeischen Welt machte. Diese Rückwirkungen trugen entscheidend dazu bei, Europa die Gestalt zu geben, die es heute hat. Sie leiteten einen Prozess ein, der den Kontinent allmählich transformierte. Einflüsse aus Übersee verankerten sich immer stärker und unlöslicher in europäischen Lebenswelten. Was einst unbekannt und exotisch war, entwickelte sich nach und nach zu etwas Alltäglichem und nicht selten sogar zu einem wesentlichen Merkmal lokaler, regionaler und nationaler Identität.

Dieser Wandel soll hier mit Hilfe eines Schemas nachgezeichnet und veranschaulicht werden, das acht Stadien umfasst. Diese folgten nicht immer kontinuierlich aufeinander, sondern verliefen teils auch parallel. Das Schema ist in drei Kategorien eingeteilt: materiell, belebt, immateriell. Zur Rubrik „materiell“ zählen Güter, die sich unter dem Etikett „Kolonialwaren“ subsumieren und – wenn auch nicht völlig trennscharf – in Nahrungs- und Genussmittel, in pflanzliche, tierische und mineralische Rohstoffe wie Heilmittel, Fasern, Farben, Lacke, Harze, Hölzer, Elfenbein und Erze sowie schließlich in Fertigprodukte wie Luxusgüter, Artefakte oder Exotika untergliedern lassen. Um sie wird es in den drei folgenden Unterrichtsentwürfen vor allem gehen. Aus historischer Sicht kann auch den Waren zugeordnet...

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