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Kolonialismus und Dekolonisation in nationalen Geschichtskulturen und Erinnerungspolitiken in Europa

Module für den Geschichtsunterricht

Uta Fenske, Daniel Groth, Klaus-Michael Guse and Bärbel P. Kuhn

Dieser Band bietet Lernenden und Lehrenden einen neuen Zugang zu der Frage, welche Rolle Kolonialismus und Dekolonisation in einer geteilten europäischen Vergangenheit spielen, und stellt Materialien für den Geschichtsunterricht bereit. Die Beiträge sind das Ergebnis des EU-Projektes CoDec, in dem Partner aus Belgien, Deutschland, Estland, Großbritannien, Österreich, Polen und der Schweiz zusammengearbeitet haben. Die einzelnen Module beschäftigen sich mit kolonialen Vergangenheiten, Prozessen von Dekolonisation und Erinnerungspolitiken in verschiedenen Ländern in vergleichender und transnationaler Perspektive. Sie bieten anregende Quellen und konkrete Vorschläge für einen zeitgemäßen Geschichtsunterricht an Europas Schulen.
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Wirtschaftliche Aspekte des Kolonialismus: Eine karibische Fallstudie

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Einführung in das Modul

Kolonialismus wurde von der Wirtschaft angetrieben und war eng mit der Ausbeutung und Verwaltung von Menschen und natürlichen Ressourcen verbunden. Während des 18. und 19. Jahrhunderts gab es weltweit eine Vielzahl von Handelssystemen; das europäische war nur eines davon. Großbritannien war Teil dieses europäischen Systems, hatte aber auch Kontakte zu anderen Handelssystemen, wie z. B. dem chinesischen und indischen. Dies ist durch eine Reihe von Faktoren begründet, wie historische Handelsbeziehungen, religiöse Verbindungen und Finanzen. Die Expansion der britischen überseeischen Besitzungen, insbesondere in der Karibik, erforderte bedeutende Investitionen. Das von europäischen Geldgebern zur Verfügung gestellte Geld aus Orten wie Amsterdam führte dazu, dass sich Großbritannien stärker der europäischen Wirtschaft anschloss.

Als die wirtschaftliche Produktivität der britischen Kolonien anstieg, wurden auch die Interaktionen mit europäischen Finanznetzwerken, mit lokalen sowie globalen Investoren, Banken und Kaufmannsgesellschaften forciert. Der britische Kolonialismus in der Karibik war gekennzeichnet von der Ausbeutung durch Sklavenarbeit, und indem hier verstärkt investiert wurde, konnte die britische Wirtschaft expandieren und sich diversifizieren. Wie viele andere europäische Länder, die dort Kolonien hatten, setzten britische Geschäftsmänner und -frauen ihre – vorwiegend aus Afrika stammenden – Sklaven ein, um Zucker und andere gewinnbringende Waren wie Rum, Indigo, Salz und Kaffee zu produzieren. Als das Vertrauen der britischen Öffentlichkeit in den kolonialen Wohlstand und diese Produkte wuchs, profitierte die britische Regierung von gesteigerten Steuereinnahmen, die aus dem...

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