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Kolonialismus und Dekolonisation in nationalen Geschichtskulturen und Erinnerungspolitiken in Europa

Module für den Geschichtsunterricht

Uta Fenske, Daniel Groth, Klaus-Michael Guse and Bärbel P. Kuhn

Dieser Band bietet Lernenden und Lehrenden einen neuen Zugang zu der Frage, welche Rolle Kolonialismus und Dekolonisation in einer geteilten europäischen Vergangenheit spielen, und stellt Materialien für den Geschichtsunterricht bereit. Die Beiträge sind das Ergebnis des EU-Projektes CoDec, in dem Partner aus Belgien, Deutschland, Estland, Großbritannien, Österreich, Polen und der Schweiz zusammengearbeitet haben. Die einzelnen Module beschäftigen sich mit kolonialen Vergangenheiten, Prozessen von Dekolonisation und Erinnerungspolitiken in verschiedenen Ländern in vergleichender und transnationaler Perspektive. Sie bieten anregende Quellen und konkrete Vorschläge für einen zeitgemäßen Geschichtsunterricht an Europas Schulen.
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Dekolonisation, der Kalte Krieg und Entwicklungshilfe: Zur Einführung

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Die folgenden Module behandeln die Zeitspanne von den 1930ern bis in die 1990er Jahre. Diese Jahrzehnte waren durch verschiedene Ausprägungen historischer Gewalt und Unterdrückung geprägt, namentlich die Shoa und der Zweite Weltkrieg, den Kalten Krieg sowie die Apartheid in Südafrika und der Völkermord in Ruanda. Sie waren jedoch ebenfalls durch Befreiung und Beendigung von Fremdherrschaft gekennzeichnet. So gelang es den Kolonien in Afrika und Asien im Zuge eines Prozesses, der häufig als „Dekolonisation“ bezeichnet wird, die Fremdherrschaft durch europäische Mächte abzuschütteln und als neu gegründete Nationalstaaten die Unabhängigkeit zu erlangen. Ihre Beziehung zu den europäischen Staaten verschob sich vom früheren kolonialen Status hin zu Ländern der so genannten „Dritten Welt“ und Empfängern von „Entwicklungshilfe“. Darüber hinaus wurden nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion viele Staaten in Osteuropa unabhängig. In einigen dieser Staaten entstand auch der Wunsch nach Mitgliedschaft in der Europäischen Union.

In vielen Fällen fanden Prozesse der Beherrschung und der Befreiung nicht nur gleichzeitig statt, sondern waren eng miteinander verbunden. Jedes der folgenden Unterrichtsmodule konzentriert sich auf bestimmte Momente innerhalb dieser Zeitspanne und gewährt einen tieferen Einblick in die ihnen innewohnenden Widersprüche und Kämpfe. Zur Kontextualisierung dieser Module zeigt diese Einleitung überblicksartig einige dieser Gegensätze sowie die Verbindungen zwischen Dekolonisierungsprozessen, dem Kalten Krieg und der Zunahme von Entwicklungshilfe auf.

Dekolonisierung bezieht sich zunächst auf das Ende imperialer Herrschaft europäischer...

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