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Persönlichkeitsrechtsverletzungen bei Sportveranstaltungen als Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung

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Christian Herles

Das Buch beschäftigt sich mit dem viel diskutierten Themenbereich des Fußballsicherheitsrechts. Während meistens der Schwerpunkt auf der Betrachtung von Gefahren für Leib und Leben liegt, widmet sich der Autor den psychischen Gewaltformen wie Beleidigungen und Diskriminierungen, die Gefahren für Persönlichkeitsrechte darstellen. Er stellt sich der Frage, ob und wie die Polizei im Rahmen ihrer Gefahrenabwehraufgabe gegen Persönlichkeitsrechtsverletzungen bei Sportgroßveranstaltungen vorgehen muss. Der Autor subsumiert die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Fanausschreitungen unter den zentralen Begriff der Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung und untersucht die Handlungsmöglichkeiten der Polizei. Er geht dabei auch auf die geteilte Sicherheitsverantwortung zwischen Veranstalter und Polizei ein.
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§ 3 Sportrechtliche Sicherheitsmechanismen im Profifußball

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§ 3  Sportrechtliche Sicherheitsmechanismen im Profifußball

Sportveranstaltungen im Profifußball sind private Veranstaltungen. Sie werden von privaten Akteuren initiiert und durchgeführt. Die Gewährleistung der Sicherheit bei Sportveranstaltungen obliegt insoweit keinesfalls ausschließlich den staatlichen Sicherheitsbehörden. Der Umgang mit Fanausschreitungen ist nicht zuletzt auch eine sportorganisatorische Aufgabe für die zahlreichen privaten Akteure, deren Umsetzung im Folgenden dargestellt werden soll. Neben den sportrechtlichen Sicherheitsmechanismen sollen auch die zivilrechtlichen Folgen der Fanausschreitungen im Verhältnis der privaten Akteure untereinander erläutert werden.

I.  Die privaten Beteiligten bei der Organisation von Sportveranstaltungen

Sportgroßveranstaltungen erfordern eine komplexe Organisation durch eine Vielzahl von Beteiligten.393 Zunächst sollen daher die für das vorliegende Thema relevanten Beteiligten vorgestellt und ihre Bedeutung für die Organisation von professionellen Fußballspielen unter besonderer Beachtung ihrer Sicherheitsfunktionen erläutert werden.394

1.  Die Sportverbände

Das Sportrecht ist verbandsrechtlich geprägt. Sportliche Wettbewerbe bedürfen eines organisatorischen Rahmens und standardisierter Regeln.395 Diese Rolle erfüllen für die meisten Sportarten Sportfach- und Dachverbände, so auch im Fußball. In diesen Verbänden sind die Vereine und Sportler auf Grundlage des Privatrechts zusammengeschlossen.396 Im Rahmen der insoweit bestehenden ← 103 | 104 → Verbandsautonomie397 gem. Art. 9 I GG398, § 25 BGB obliegt es den Fußballverbänden, eigene Sicherheitskonzepte zu entwickeln.399 Sie besitzen gegenüber ihren Mitgliedern (insbesondere Sportlern und Vereinen) eine Rechtssetzungs- und Richtlinienkompetenz, durch die Sicherheitsmechanismen verbindlich festgelegt werden.400 Das durch die Verb...

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