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Bildungsstandards Geschichte

Bestandsanalyse, Standardkonzeption und Aufgabenentwicklung für das Fach Geschichte am Gymnasium unter besonderer Berücksichtigung der Orientierungskompetenz und des Werteverständnisses

Martin Sachse-Weinert

Dieses Buch entwickelt auf Basis internationaler Diskussionen im Bereich der schulischen Pädagogik Standards für den gymnasialen Geschichtsunterricht. Nach den PISA-Studien besteht weiterhin die Notwendigkeit einer fachlichen Weiterentwicklung und der Implementierung nachhaltiger Standards in Bildung und Kompetenzorientierung. Mit Hilfe aktueller pädagogischer Theorien und der Auswertung gegenwärtiger Trends der Schulforschung werden Konzepte, Kompetenzen und Standards für das Fach Geschichte evaluiert. Dabei wertet der Autor zahlreiche nationale und internationale Beispiele empirischer Bildungsforschung aus, um eine enge Kombination von Theorie und Praxis in der Entwicklung von Bildungsstandards zu ermöglichen.
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14. Ausblick

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„Die empirische Bildungsforschung und die Bildungsstandards bzw. ihre Auswirkungen schaden teilweise mehr als sie nutzen.“947 Wäre im vorangestellten Zitat nicht das Wort „teilweise“ enthalten, der Verfasser müsste am grundsätzlichen Wert seiner Arbeit zu Bildungsstandards und Kompetenzorientierung zweifeln. Doch es gibt eindeutig zu benennende Vorteile dieser inzwischen seit etwa 15 Jahren praktizierten Ausrichtung der Bildungspolitik und -forschung, die im Verlauf dieser Arbeit aufgezeigt wurden und beispielsweise in einer „neuen Aufgabenkultur“ zu finden sind. Zudem ist es sicherlich zu früh, diese Innovationen abschließend beurteilen zu können, bedarf es doch gerade im schulischen Bereich einer längeren Implementierungsphase von Neuerungen, wie Lehrplangestalter wissen und bei ihren Planungen berücksichtigen.948 Natürlich ist es für manchen Bildungspolitiker schwierig, ein ums andere Mal im Rahmen von Staaten- und Ländervergleichen bestätigt zu bekommen, dass die Schülerschaft in seinem Bundesland leistungsmäßig um ein bis eineinhalb Jahre hinter einem anderen Land nachhinkt.949 Doch dieses Faktum wäre auch ohne entsprechende Messung gegeben und muss beseitigt werden, die eigentliche Gefahr im Zusammenhang mit der derzeitigen Vorstellung von Bildungsstandards ist eine andere:

„Ich habe vielmehr ein Problem damit, dass seit Pisa bei den Lehrplänen die halbierte Vernunft am Werk ist: Der technisch-naturwissenschaftliche Bereich wird ausgebaut, humanwissenschaftliche und humanistische Fächer werden zurückgebaut. Eine ← 471 | 472 → Beschäftigung mit Literatur, mit Kunst, mit der eigenen Kultur und Geschichte, mit Philosophie – all das findet an den Schulen immer weniger statt.“950

Obwohl...

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