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Bildungsstandards Geschichte

Bestandsanalyse, Standardkonzeption und Aufgabenentwicklung für das Fach Geschichte am Gymnasium unter besonderer Berücksichtigung der Orientierungskompetenz und des Werteverständnisses

Martin Sachse-Weinert

Dieses Buch entwickelt auf Basis internationaler Diskussionen im Bereich der schulischen Pädagogik Standards für den gymnasialen Geschichtsunterricht. Nach den PISA-Studien besteht weiterhin die Notwendigkeit einer fachlichen Weiterentwicklung und der Implementierung nachhaltiger Standards in Bildung und Kompetenzorientierung. Mit Hilfe aktueller pädagogischer Theorien und der Auswertung gegenwärtiger Trends der Schulforschung werden Konzepte, Kompetenzen und Standards für das Fach Geschichte evaluiert. Dabei wertet der Autor zahlreiche nationale und internationale Beispiele empirischer Bildungsforschung aus, um eine enge Kombination von Theorie und Praxis in der Entwicklung von Bildungsstandards zu ermöglichen.
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4. Die moralische Dimension im schulischen Kontext

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Damit befinden wir uns im Zentrum der Intention dieser Arbeit, nach Ansicht des Verfassers auch des schulischen Unterrichts. Es geht um die moralische Dimension im schulischen Kontext, um die Vermittlung von Werten im Unterrichtszusammenhang.466 Betrachtet man die aktuelle Diskussion, die sich an die Neuorientierung der Bildungspolitik nach der sog. Empirischen Wende anschloss, so lassen sich Vertreter zweier Positionen ausmachen, die (scheinbar) unterschiedliche Ziele verfolgen oder diese zumindest in der Öffentlichkeit propagieren. Während die einen einem möglichst unverfälschten Utilitarismus huldigen, verfechten die anderen das Ideal eines tradierten Bildungsverständnisses, das per se unabhängig von einem unmittelbaren Nutzungsdenken im Dienst der Persönlichkeitsentwicklung stehen müsse. Beweisführungen für beide Standpunkte finden sich viele, sie reichen von ökonomischen Kriterien bis hin zu humanistischen, ja teilweise religiösen Aspekten. Dabei wird häufig argumentiert, wirtschaftlicher Nutzen triumphiere über die Moralität der Gesellschaft – und damit auch über die ihr zugehörigen Schüler:

„Schüler, die Goethe nicht mehr kennen – dafür aber die Gesetze der Markwirtschaft verinnerlicht haben: Die Ökonomie hat die Bildungsinstitutionen eingenommen, sagt Bernhard Heinzlmaier, Gründer des Instituts für Jugendkulturforschung mit Standorten in Wien und Hamburg. [Er sagt:] Wir haben heute Familien, in denen die falschen Werte vermittelt werden, und Bildungsinstitutionen, die gut ausgebildete Ungebildete hervorbringen. Junge Leute können am Ende ihres Ausbildungsweges ökonomisch handeln, aber nicht moralisch. Ihnen fehlt es an Einfühlungsvermögen, der Fähigkeit zur Selbstreflexion und Demokratiebewusstsein. […] Die Hauptverantwortung für die Bildungsmisere...

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