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Raumordnung und Raumbegründung in politischen Umbruchszeiten

Das Département du Mont-Tonnerre unter französischer Verwaltung (1792–1815)

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Nikos Wallburger

Anhand des Straßenbaus untersucht der Autor die Begründung und Durchsetzung von Raum im Département du Mont-Tonnerre in der Zeit der französischen Herrschaft von 1792 bis 1815. Er verwendet raumtheoretische Konzepte von Henri Lefebvre, David Harvey und aus der Historischen Diskursanalyse. Die Neueinführung der revolutionären und post-revolutionären Staats- und Verwaltungsstrukturen für die linksrheinischen Departements ermöglicht zudem die Analyse der Begründung moderner Staats- und Verwaltungsstrukturen in der Übergangsgesellschaft vom Ancien Régime zur bürgerlichen Gesellschaft. Die in dieser Zeit entstandenen französischen Neuerungen galten bis in die Zeit des Vormärz hinein als Fundament der 1815 neu begründeten deutschen Territorien am linken Rheinufer.
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7. Fazit

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In der vorliegenden Arbeit wurde die Konstitution und Ausgestaltung der räumlichen Ordnung des Département du Mont-Tonnerre unter französischer Herrschaft und Verwaltung im Wesentlichen von 1797 bis 1814 unter Berücksichtigung der vorausgegangenen Phase französischer Herrschaft auf dem linken Rheinufer im Jahr 1792 und von 1794 bis 1797 untersucht. Anhand des Straßenbaus mit seinen räumlichen Auswirkungen wurde die Begründung der departementalen räumlichen Beziehungen und Strukturen exemplarisch behandelt.

Durch die Untersuchung ist deutlich geworden, dass die Bedeutung des Straßenbaus im Département du Mont-Tonnerre im besonderen Maße in die allgemeine Stellung des Straßenbaus und seine gesellschaftlichen Konsequenzen während der Französischen Revolution, dem Konsulat und Ersten Kaiserreichs eingeordnet werden muss.1091 Die Bedeutung des Straßenbaus im übrigen Frankreich wurde in Anknüpfung an die Arbeiten Jean Petots erarbeitet.1092 Das französische Straßennetz bildete im Ancien Régime die Voraussetzung für die Durchsetzung der Macht der Zentralregierung gegen die Provinzen. Auf diese Weise erhielt das zentralstaatliche Projekt der „Herrschaft durch Verwaltung“ im revolutionären Frankreich seinen historischen Bezugspunkt.

Des Weiteren bildete das französische Straßennetz eine wichtige infrastrukturelle Bedingung für die ökonomische Entwicklung und insbesondere für die des Handels. Die wirtschaftliche Prosperität stellte eine zentrale finanzielle Voraussetzung für den Aufbau eines, im Sinne der revolutionären Gesellschaftskonzeptionen, effektiven Staates mit entsprechender Verwaltung dar.

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