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Von Lenau zu «Laibach»

Beiträge zu einer Kulturgeschichte Mitteleuropas

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Stefan Simonek

Die Beiträge dieses Bandes behandeln unter primär komparatistischer Perspektive Muster kultureller Rezeption und Interaktion in Mitteleuropa mit einem Schwerpunkt auf der Moderne; der Fokus liegt dabei auf der tschechischen, ukrainischen und slowenischen Literatur und deren Kontextualisierung im Rahmen der Donaumonarchie. Mitteleuropa wird als Region ausgewiesen, die um das Jahr 1900 von verschiedenen kulturellen und sprachlichen Codes und von deren spezifischer Engführung geprägt war. Weiter zeigt der Band, dass sich die Verknüpfung dieser Codes in modifizierter Form auch bis in die mittelbare Gegenwart beobachten lässt.
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1.3 Deterritorialisierte Texte: Am Beispiel von Tadeusz / Thaddäus Rittner und Peter Altenberg

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1.3  Deterritorialisierte Texte: Am Beispiel von Tadeusz / Thaddäus Rittner und Peter Altenberg

Im Zeichen des Aufbrechens binärer Oppositionen zugunsten eines heuristischen Modells, das auch ein jenseitiges Drittes, ein „tertium datur“ also, ermöglicht, sind in den vergangenen Jahren auch die kulturellen Relationen in Mitteleuropa und insbesondere im Rahmen der Donaumonarchie verstärkt in das Blickfeld kulturwissenschaftlicher Forschung im weiteren Sinne geraten. Dabei wurden diese Relationen aus poststrukturalistischer, teilweise von Theoremen der Postmoderne generierter Perspektive im Zeichen von Pluralität, Ambivalenz und Hybridität gesehen, als unausgesetztes „Codeswitching“ zwischen differenten sprachlichen, politischen oder kulturellen Orientierungsmustern. Bezeichnenderweise finden sich in einem der kanonischen Texte der Postmoderne, Jean-François Lyotards Postmodernem Wissen, Künstler und Philosophen aus dem Wien der Jahrhundertwende, wie Hofmannsthal, Musil, Schönberg oder Wittgenstein, als Kronzeugen für das proklamierte „Ende der Großen Erzählungen“ vermerkt (Lyotard 1999: 121–122). Moritz Csáky wiederum konzeptualisierte Mitteleuropa (respektive in seiner Terminologie Zentraleuropa) und hier wiederum die Metropolen und insbesondere Wien als eine Region von grundlegender Pluralität sowie Beschleunigung und Verdichtung im urbanen Raum, die den Austausch und die wechselseitige Hybridisierung von Kulturmodellen ebenso stimulierte wie das verstärkte, sich abgrenzende Beharren auf dem jeweils als eigen und authentisch Empfundenen (Csáky 1996 bzw. 1996a). Gerade das integrierende Kulturmodell der Großstadt erwies sich aus dieser Perspektive als ständiges Wechselspiel von gegenseitiger Anziehung und Abstoßung und resultierte letztlich in einem Suspendieren essentialistischer Zuschreibungen zugunsten prekärer, zeitlich wie...

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