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Von Lenau zu «Laibach»

Beiträge zu einer Kulturgeschichte Mitteleuropas

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Stefan Simonek

Die Beiträge dieses Bandes behandeln unter primär komparatistischer Perspektive Muster kultureller Rezeption und Interaktion in Mitteleuropa mit einem Schwerpunkt auf der Moderne; der Fokus liegt dabei auf der tschechischen, ukrainischen und slowenischen Literatur und deren Kontextualisierung im Rahmen der Donaumonarchie. Mitteleuropa wird als Region ausgewiesen, die um das Jahr 1900 von verschiedenen kulturellen und sprachlichen Codes und von deren spezifischer Engführung geprägt war. Weiter zeigt der Band, dass sich die Verknüpfung dieser Codes in modifizierter Form auch bis in die mittelbare Gegenwart beobachten lässt.
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3.1 Inklusion und Exklusion: Zur Funktionalisierung der Wiener Parkwelten durch slawische Autoren der Donaumonarchie

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3.1  Inklusion und Exklusion: Zur Funktionalisierung der Wiener Parkwelten durch slawische Autoren der Donaumonarchie

Das Motiv des Parks bzw. des Gartens war für die Lebens- wie auch für die Textwelten der Wiener Moderne von zentraler Bedeutung und lässt sich sowohl in den Biographien von Autoren wie Leopold Andrian, Peter Altenberg, Arthur Schnitzler oder Hugo von Hofmannsthal als auch in deren literarischen und autobiographischen Texten immer wieder und teilweise in zentraler Funktion nachweisen (vgl. Hanák 1992: 123–132). Dabei stand das Motiv in der Regel stellvertretend für den Rückzug einer schmalen, politisch immer bedeutungsloser werdenden, aber ihre kulturelle Dominanz weiterhin behauptenden Schicht des liberalen, jüdisch geprägten Großbürgertums in ein von der sozialen Realität abgeschlossenes Reich des Schönen. Dieser Prozess eines sukzessiven Zurückweichens und Sich-Einschließens wurde von Carl E. Schorske in seinem Standardwerk zur Kultur der Wiener Jahrhundertwende wie folgt charakterisiert:

Dementsprechend war Jungösterreichs Garten der Schönheit ein Refugium der „beati possidentes“, der selig Besitzenden, ein Garten, der seltsam unentschieden zwischen Wirklichkeit und Utopie lag. Er brachte sowohl den Selbstgenuß der ästhetisch Kultivierten wie den Selbstzweifel der gesellschaftlich Funktionslosen zum Ausdruck.(Schorske 1994: 288)

Park und Garten lassen sich also als zentrale Elemente des sozialen und des ästhetischen Wiener Stadttextes verstehen. Dieser wiederum fungierte als Lektüreangebot an die slawischen Autoren Mitteleuropas, die aus den verschiedensten Regionen der Donaumonarchie zur Arbeit oder zum Studium nach Wien...

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