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Von Lenau zu «Laibach»

Beiträge zu einer Kulturgeschichte Mitteleuropas

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Stefan Simonek

Die Beiträge dieses Bandes behandeln unter primär komparatistischer Perspektive Muster kultureller Rezeption und Interaktion in Mitteleuropa mit einem Schwerpunkt auf der Moderne; der Fokus liegt dabei auf der tschechischen, ukrainischen und slowenischen Literatur und deren Kontextualisierung im Rahmen der Donaumonarchie. Mitteleuropa wird als Region ausgewiesen, die um das Jahr 1900 von verschiedenen kulturellen und sprachlichen Codes und von deren spezifischer Engführung geprägt war. Weiter zeigt der Band, dass sich die Verknüpfung dieser Codes in modifizierter Form auch bis in die mittelbare Gegenwart beobachten lässt.
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4.3 Wiener An- und Einsichten in Oton Župančičs Briefen an Berta Vajdič

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4.3  Wiener An- und Einsichten in Oton Župančičs Briefen an Berta Vajdič

Als der junge slowenische Student Oton Župančič im Herbst des Jahres 1896 zum Studium der Geschichte und Geographie nach Wien kam,1 traf er hier in der Hauptstadt der Donaumonarchie auf ein reges Kulturleben, das nicht nur von den Repräsentanten der Wiener Moderne im engeren Sinne – also von Hermann Bahr, Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler oder Gustav Klimt – geprägt wurde, sondern auch von den zahlreichen Vertretern des slawischen Geisteslebens, die sich ebenfalls zum Studium oder zum Broterwerb in Wien aufhielten. Diese Schriftsteller publizierten neben ihren ukrainischen, polnischen bzw. tschechischen Texten auch Texte in deutscher Sprache, die in Wiener Zeitschriften und Verlagen veröffentlicht wurden, und legten damit implizit auch die Bedingtheit nationalliterarisch orientierter Konzeptionen gerade für den mitteleuropäischen Raum mit Wien als einem wichtigen Zentrum offen. In dem gleichermaßen verkehrs- wie nachrichtentechnisch verdichteten Raum der Stadt überlagerten sich die diversen literarischen Stimmen letztlich zu einem polyphonen Gewebe, das nationale Zuschreibungen zumindest partiell hinter sich ließ und von einer grundlegenden ästhetischen Pluralität gekennzeichnet war. Die diversen Ausformungen dieser urban wie mitteleuropäisch geprägten Pluralität wurden in jüngerer Vergangenheit vorrangig durch Moritz Csáky aufgearbeitet, wobei Csáky sowohl auf die Prozesse der Annäherung als auch auf jene der Abstoßung hingewiesen hat, die als Folge der Engführung semantischer Codes zu beobachten sind. In einem Aufsatz des Jahres 1996 findet...

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