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Die Gründung von Kapitalgesellschaften in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den USA

Eine rechtsvergleichende und rechtspolitische Studie

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Nikolaus Bunting

Das Werk vergleicht das deutsche und das angelsächsische Gründungsrecht. In Deutschland ist die Gründung von Kapitalgesellschaften vergleichsweise langwierig und teuer. Die angelsächsischen Rechtsordnungen erlauben hingegen schnelle und kostengünstige Gründungen. Während das deutsche Recht die Interessen von Gläubigern, Mitgründern und Anlegern bereits im Zeitpunkt der Gründung berücksichtigt, sorgt das angelsächsische Recht überwiegend erst nach dem Entstehen der Gesellschaft für einen entsprechenden Schutz. Der Autor beleuchtet die Vor- und Nachteile beider Systeme und kommt zu dem Schluss, dass das deutsche Gründungsrecht nicht reformbedürftig ist und rechtspolitische Gründe für dessen Erhalt sprechen.
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7. Kapitel: Reformüberlegungen innerhalb des ex-ante Systems

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Nach den oben gewonnen Erkenntnissen ist eine Aufgabe des ex-ante Systems nicht zu empfehlen. Reformen die das Gründungsrecht betreffen, müssen dies berücksichtigen. Sie dürfen also nicht so weit reichen, dass das ex-ante System ausgehöhlt wird. Der Telos des ex-ante Systems ist mithin die Schranke möglicher Reformen.

Dennoch ist eine kostengünstige und schnelle Gründung von Kapitalgesellschaften auch in Deutschland wünschenswert. Es stellt sich daher die Frage, inwieweit eine Deregulierung des deutschen Gründungsrechts erfolgen kann, ohne die Prinzipien des ex-ante Systems aufzugeben. Die Untersuchung dieser Frage ist Gegenstand des folgenden, 7. Kapitels.

Die im deutschen Gründungsrecht erforderliche notarielle Beurkundung von Gesellschaftsvertrag und Satzung (§ 23 Abs. 1 Satz 1 AktG, § 2 Abs. 1 Satz 1 GmbHG) sowie die Anmeldung zum Handelsregister in öffentlich beglaubigter Form (§ 12 Abs. 1 Satz 1 HGB) verlängern und verteuern die Gründung von AG und GmbH. Um die Gründung zu vereinfachen, könnte man daher erwägen, auf diese Formerfordernisse zu verzichten.719 Insbesondere würde so die Möglichkeit der vollständigen elektronischen Gründung über das Internet eröffnet. Der Grundsatz der realen Kapitalaufbringung und die Vorzüge des oben dargestellten Systems des festen (Mindest-)Kapitals sprechen zunächst nicht gegen eine Abschaffung des Notarerfordernisses. Das System des festen Kapitals käme auch ohne die notarielle Mitwirkung aus.

Die Abschaffung der notariellen Mitwirkung bei der Gründung würde jedoch gleichzeitig bedeuten, auch die positiven Wirkungen dieses strengen...

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