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Der Brief im deutschen Drama des 18. und 19. Jahrhunderts

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Irene Rupp

Briefe spielen im deutschen Drama und Theater des 18. und 19. Jahrhunderts eine auffallend gewichtige Rolle. Sie sind häufig, werden vielfältig variiert und kreativ inszeniert. Am Schnittpunkt von Literatur-, Theater- und Medienwissenschaft beweist die Autorin in zahlreichen Einzelanalysen, dass Briefe weit mehr sind als eine dramaturgische Bequemlichkeit, sondern bewusst gebrauchtes und höchst wirkungsvolles Stilmittel. Aus wiederkehrenden Mustern und Motiven erstellt sie einen umfassenden Katalog von Funktionen und Wirkungsweisen des Briefs im Drama. Er gibt Auskunft über die ästhetischen Strategien, die wichtige Bausteine zur Interpretation einzelner Dramen und zur Beschreibung von Gattungskonventionen und -traditionen der Zeit zwischen Aufklärung und Frührealismus sind.
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3. Relationen zwischen Brief und Drama

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3.  Relationen zwischen Brief und Drama

3.1  Wesenszüge der brieflichen Kommunikation

Zur Klärung der Frage, was der ‚Brief im Drama‘ eigentlich sei, welche besonderen Merkmale er aufweist und zu welchem Zweck ihn der Autor in einem bestimmten Kontext verwendet, ist zunächst nach den Strukturelementen der Textsorte Brief und den grundsätzlichen Bedingungen brieflicher Kommunikation zu fragen – jedenfalls insoweit sie im Zusammenhang mit dem Drama relevant sind. In seinem Kapitel „Zur Phänomenologie des Briefes“ nennt Gottfried Honnefelder ihn

eine in einer bestimmten Sprache schriftlich fixierte Mitteilung, die von einem oder mehreren verfaßt wird, sich an einen oder mehrere Adressaten wendet und in verschlossenem oder offenem Zustand durch Boten, Post oder andere Hilfsmittel an den oder die räumlich mehr oder minder entfernten Adressaten übermittelt wird und dort nach Ablauf einer mehr oder minder großen Zeit eintrifft.121

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