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Transnationale Mobilität in der beruflichen Erstausbildung

Beeinflussende Faktoren in der Phase der Berufsorientierung für eine grenzüberschreitende Mobilität im Bodenseeraum

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Gregor Thurnherr

Gregor Thurnherr untersucht beeinflussende Faktoren bei Jugendlichen in der Berufsorientierung im Hinblick auf eine duale Berufsausbildung im Nachbarland. Dazu stellt er ein Grundlagenmodell zu Berufsorientierung und Mobilität vor. Die Datenerhebungen fanden in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz bei Jugendlichen, Lehrpersonen, Schulen und Betrieben statt. Der Autor zeigt, dass am Berufsorientierungsprozess beteiligte Akteure über Ausbildungsmöglichkeiten im benachbarten Ausland kaum informiert sind. Berufliche Ausbildungen im Nachbarland verlangen von den Jugendlichen persönliche Reife und die Bereitschaft, sich auf eine unbekannte Umgebung einzulassen. Ungewisse Erwartungen von Betrieben und Berufsschulen sowie die Distanz von Bezugspersonen hemmen die Jugendlichen.
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3. Theoretische Grundlagen zur Berufsorientierung und Stand der Forschung

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3.   Theoretische Grundlagen zur Berufsorientierung und Stand der Forschung

In den bisher entstandenen Berufswahltheorien wurde das Thema transnationale Mobilität I nicht einbezogen, weshalb für die vorliegende Untersuchung eine inhaltspezifische, theoretische Grundlage fehlt. In den bestehenden und von verschiedenen Autoren mehrfach beschriebenen und zusammengefassten Berufswahltheorien spielen Mobilitätsaspekte höchstens am Rande eine Rolle (z.B. Bußhoff, 1989; Dichatschek, 2002; Pfäffli Schmid, 2010; Hentrich, 2011). Empirische Arbeiten zur Mobilität in der beruflichen Ausbildung beantworten vorwiegend spezifische Fragestellungen. Sie stehen häufig im Zusammenhang mit tatsächlichem Mobilitätsverhalten von Auszubildenden sowie (transnationalen) Mobilitätsprojekten (z.B. WSF, 2007; van Brakel et al. 2007; Friedel et al., 2003; Geppert & Schiffmann, 2003). Theoretische Modelle oder Erkenntnisse werden dabei kaum als Grundlagen für die Untersuchungen beigezogen. Eine Ausnahme bildet die Arbeit von Otto (2004), die sich der Thematik der geographischen und beruflichen Mobilitätsbereitschaft aus arbeits- und organisationspsychologischer Sicht annimmt. Sie hat darin beeinflussende Faktoren für die Mobilitätsbereitschaft (u.a. von Auszubildenden) herausgearbeitet und theoretisch fundiert begründet. Otto hat in ihrer Untersuchung unter anderem Auszubildende befragt, die also die Phase der Berufsorientierung bereits hinter sich haben und von der in der vorliegenden Arbeit interessierenden Zielgruppe abweichen.

In diesem Kapitel werden verschiedene Modelle, Theorien und Literaturhinweise beschrieben, die in einem eigenen Grundlagenmodell synthetisiert werden. Als erstes wird das Rahmenmodell von Bußhoff (1989) beschrieben, welches das eigene Grundlagenmodell wesentlich beeinflusst. Anschließend werden zwei Modelle aus der Arbeits- und Organisationspsychologie und aktuelle Phasenmodelle zur...

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